Carpe diem

Olivia Benteles 50. Geburtstag fängt an, wie er nicht sollte: Erst gibt ihre Kaffeemaschine ihren Geist auf, dann klingelt es an ihrer Tür und ein zugegebenmaßen äußerst attraktiver fremder Mann steht vor ihrer Tür. Zunächst denkt sie es sei ein neuer Klient, dessen Termin sie vergessen hatte – Olivia ist Psychologin und somit an viele…

Geteilte, vielfältige Identität

Mona Ameziane hat als halbe Deutsche und halbe Marokkanerin ein sehr persönliches und unaufgeregtes Buch über ihre geteilte Identität, beziehungsweise ihr Leben zwischen den Welten geschrieben. Inhaltlich und von der Tonalität her erinnert die Erzählung an Saša Stanišićs Herkunft, die Autorin erwähnt das Buch sogar. Wortmalerisch und mit den Sprachspielereien kommt es natürlich bei weiten…

Suche: Einmal wildes Schreiben zur eigenen Verwendung

Licht erscheinen mir heute die vergangenen Monate des dahin geschiedenen Sommers, als die Innenseiten meiner selbst vom donnernden Postulat des wilden Schreibens erzitternd widerhallten. Und tatsächlich schien ein Punkt erreicht, an welchem es kein Halten mehr gab. Ganze Buchstabenkolonnen wurden regelrecht in Sekundenschnelle auf leere Seiten abgefeuert; ein Meer aus Einfällen; jeder Einzelne um meine…

Aktueller Feminismus als unterhaltsames, kluges Kammerspiel

Passend zum Weltfrauentag begann ich den neuen Roman von Gertraud Klemm, und ich war sehr angetan, wenn auch nicht ganz so begeistert wie von Hippocampus. Die Autorin erfand ein perfektes Setting für ihre Auseinandersetzung mit den aktuellen Problemen des Feminismus. Fünf Frauen unterschiedlichen Alters, unterschiedlichen Charakters, unterschiedlicher sozialer Herkunft und unterschiedlicher feministischer Schule, beziehungsweise mit…