Ausschussware oder Mängelexemplar Teil I

Ihr habt es gemerkt – hier ist es zeitweise sehr still. Gründe dafür gibt es vielfältige. Unter anderem das Leben, globale Ereignisse, Leseflauten und wenig Zeit. Wir sind fast alle durch die Bank eigentlich Vielleserinnen und mit der Zeit das geworden, was die gemeine Fränkin als „gnerschig“ bezeichnet. Nicht alles schmeckt mehr, wir sind anspruchsvoll. Jetzt mögt ihr sagen, aber hier findet sich doch auch so einiges an Büchern, was man durchaus nicht als hohe Literatur bezeichnen kann. Dazu sagen wir: das stimmt. Aber auch absolute Unterhaltungs- und Eskapismus-Lektüre will gekonnt sein. Und weil wir eben nicht viel Zeit haben, so brechen wir hin und wieder die Lektüre einfach ab. Untereinander kommunizieren wir das schon seit längerem. Euch möchten wir an unseren Abbrüche nun kurz und knapp und durchaus subjektiv begründet in regelmäßig unregelmäßigen Abstanden teilhaben lassen – wenn ihr wollt. Hier also die erste Folge von: Ausschussware für die üblichen Verdächtigen.

daslesendesatzzeichen

King Cobra von Muri Darida
10 Seiten gelesen und nur Bahnhof verstanden. Derzeit einfach NICHT die Zeit für mich, Bücher zu lesen, die mich nicht soghaft in sich hineinziehen. Müsste ich zu anderem Zeitpunkt noch eine Chance geben.

Schleifen von Elias Hirschl
50 Seiten gelesen und mich anfangs so auf die Geschichte der Tochter gefreut, die vom Hören einer Krankheit sofort Symptome entwickelt. Aber als als es dann doch ganz schnell um die Männer um Franziska Denk herum geht, war ich genervt. Das ändert sich wohl wieder, denn sie lernt den Mathematiker Otto Mandl kennen, und davon erzählt das Buch auch – leider halte ich nicht so lange durch.

Fünf, sechs, sieben, acht von Ewald Arenz
Ganz schlimm: Ich hab mich an dem guten Ewald sattgelesen. Sein Sprachduktus ermüdet mich. Dieses „Gefühlige“, ich kann einfach nicht mehr und bin sehr traurig darüber.

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1999 Meter über dem Meer von Caroline Wahl
Abgebrochen weil …in 1999 Meter über dem Meer wiederholt sich eine Autorin ständig. Zudem im Selbstfindungstrip einer jungen Frau, der ab und an mal ein wenig witzig ist, meist auf Kosten anderer, die nur als gesellschaftsklischeehafte Abziehbilder in Erscheinung treten, ansonsten aber herrscht Ödnis und Langeweile. Samara, der Freundin von Ida aus Wahls erstem wirklich großartigem Buch, hätte ich Besseres gewünscht.

Was wir wissen können von Ian McEwan
Zuviel von allem. Dystopie, gemächliche Erzählweise, hohe Literatur alles gemeinsam ist es ein unglaublich deprimierender Mix, den ich nicht lange ertragen habe, leider, denn ich liebe diesen Autor, doch aus Selbstliebe steht der Roman nun anklagend im Regal.

Das Buch der gefallenen Blätter von A.S. Tamaki
Verlockend beworben, wunderschöner Titel und mit tollem Cover ist das Buch der gefallenen Blätter für mich eines der verschwendeten Blätter. Viel Personal, viel Hintergrundstory, blasse HeldInnen, null Atmosphäre und sprachlich leider auch kein Genuss. Ein ambitioniertes High-Fantasy Debüt aber ich kam einfach nicht rein und wollte nur noch raus.

Bri

Vielleicht ist die Liebe so von Katja Früh
Mutter-Tochter-Problematik schreckte mich nicht ab, auch wenn das Thema ja auch schon recht häufig aufgeriffen wurde. Der Anfang viel leicht, zu leicht im nachhinein, denn hier war alles glatt. Ich konnte die Sätze in Gedanken vor dem Lesen beenden – langweilig – vielleicht wäre es besser geworden, mir fehlte die Geduld durchzuhalten.

German Glück von Simon Urban
Vergleiche mit angesagten Serien sind gefährlich – hier hatte ich von Seite eins das Gefühl, ich bin einfach humorlos. Nicht mein Stil. Nicht meine Sprache, die keine Brüche kennt.

Theo in Golden von Allen Levi
Eigentlich das, was wir alle zur Zeit ein bisschen brauchen könnten: Menschlichkeit zauberhaft erzählt. Aber für mich war die Struktur des Romans – ein Fremder kommt in eine amerikanische Kleinstadt, er hat Geld, will die Menschen kennenlernen und kauft deshalb Porträts, die in einem Café dort ausgestellt sind, um sie den Porträtierten zu schenken. Aber es war mir zu nett, zu gefällig, zu süß.

 

Um fair zu bleiben natürlich immer Rat von uns: Selbst eine Meinung bilden ist natürlich wichtig und vollkommen richtig. Was uns noch interessieren würde ist: Habt ihr ebensolche Abbrüche und wenn ja, was war es bei euch? Wir freuen uns auf Rückmeldungen.

 

 

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