Familienaufstellung mit Flüchtling

Der Autor Peter Turrini ist einer meiner langjährigen literarischen Begleiter seit meiner Teenagerzeit als Pflichtlektüre in der Oberstufe der Schule, Reibebaum und Grundlage für hitzige Diskussionen in der Klasse. Immer griff er brandaktuelle Themen auf und hat sie meist sehr pointiert, manchmal auch extrem polarisierend und bösartig – aber immer sehr spannend und mit enormer…

„Auf der Rolltreppe (und nur da) stehe ich immer rechts“

„‚Cause with my mid-youth crisis all said and done
I need to be youthfully felt ‚cause, God, I never felt young“¹

Es soll so etwas wie ein faustischer Pakt sein: Ein junger Mann, knapp vor der magischen 30 – wer sagt eigentlich, dass diese Altersgrenze magisch ist? – bekommt ein Angebot. Sieben Nächte soll er durchleben, wie er sie noch nie erlebt hat. Wann es damit losgeht, ist ungewiss. Er bekommt Nachricht, muss an einem bestimmten Ort erscheinen und sich dann auf eine der sieben Todsünden einlassen. Danach hat er die Nacht über Zeit, das Erlebte und seine Gedanken dazu niederzuschreiben – bis morgens um 7 Uhr. Jeweils sieben Seiten. Faust ging den Pakt mit dem Teufel ein, weil er das ergründen wollte, was die Welt in ihrem Innersten zusammenhält, dem Leben also auf den Grund gehen. Per Intellekt und Studiererei hat er das bereits getan, was fehlt ihm also noch? Das Gefühl lebendig zu sein.

Zwei und nicht zwei

Freundschaft ist eine wichtige Grundlage unseres Zusammenlebens, das verstehen wir schon früh in unserem Leben. Später kommen noch die Freuden und Leiden der Liebe hinzu, aber Freundschaft birgt schon die Insignien eines tiefen Gefühls. Ein Gefühl, das gehegt und gepflegt werden muss. Der Übergang zur Liebe ist fließend und zu lieben sollte bestenfalls auch eine Freundschaft…