Überleben allein ist unzureichend

Dystopien sind meist eine düstere Sache. In den dargestellten Endzeitszenarien, sterben erst die Menschen, dann die Hoffnung. Kriege, Hungersnöte, Misstrauen und Überlebenskämpfe prägen die untergegangene Welt. Dunkelheit und Hunger müssen bekämpft werden, die Überlebenden Menschen verfallen in Barbarei, die Kultur versinkt, die Errungenschaften der Zivilisation werden vergessen. Dass es nicht unbedingt so sein muss, zeigt uns…

Aufrichtig geliebt

„Die Stille dauerte eine Ewigkeit, dann legten die Musiker los und meine Eltern begannen, sich langsam umeinander herum zu drehen, sie hielten die Köpfe leicht geneigt und schauten sich tief in die Augen, als suchten sie sich, als zähmten sie sich. Ich fand es schön, und es machte mir Angst. Dann gebann die große rot-schwarze Frau zu singen, die Gitarren nahmen Tempo auf, die Becken vibrierten, die Kastagnetten klapperten, mein Kopf drehte sich, meine Eltern flogen. Sie flogen, meine Eltern sie flogen umeinander, sie flogen, die Füße am Boden, den Kopf in der Luft, wirklich, sie flogen und wenn sie landeten, hoben sie gleich wieder ab, wie zwei ungeduldige Wirbelwinde, nur um aufs Neue zu fliegen, voller Leidenschaft und entfesselt im glühenden Tanz. Nie zuvor hatte ich sie so tanzen sehen, es war wie ein erster Tanz und auch wie ein letzter. Ein Tanz wie ein Gebet, Anfang und Ende in einem.“

Fremdsein

Die ersten 30 Seiten, die der Feder der Autorin entstammen, sind wirklich schwer zu ertragen, denn Livia Klingl geriert sich mit der Lanze der moralischen Rechtschaffenheit bewaffnet, auf die strohdumme männliche unmenschliche Landbevölkerung herabzublicken, nein noch schlimmer sie zu verunglimpfen. „Verkannt werden die tektonischen Linien entlang derer die Gesellschaft auseinanderbricht. Sie tut es nicht an…

Eine mutige Prinzessin für jeden Tag

Prinzessin Mondenschein ist sehr verwöhnt, Prinzessin Dina fürchtet sich – nein, nicht vor Drachen – vor Seife, Prinzessin Mirabell, die ganz einsam ist, findet am Mittwoch einen neuen Freund und so geht die Woche weiter mit je einer Prinzessin pro Tag, die alle Abenteuer zu bestehen haben, die in irgendeiner Weise mit Drachen in Verbindung…

Die Verlierer der Globalisierung

„Genau.“ Maurizio ereiferte sich. „Natürlich bleiben sie bei uns irgendwo hängen, wir haben ja quasi nur Küste. Und wir Italiener sind großzügig, wir haben ein Herz, wir helfen überall, nicht so wie … die Franzosen.“ Er sah niemanden an. “ Ich verstehe euch nicht, warum ihr Franzosen euch so anstellt“ brummelte er. “ Die Menschen wollen ja nicht mal in Frankreich bleiben, die allermeisten wollen nur durch, um nach Deutschland zu kommen oder nach Skandinavien. Und wir müssen sie trotzdem festhalten. In Ventimiglia sind langsam alle müde und ich kann meine Landsleute verstehen. Im Laufe des letzten Jahres hatten wir mehr Flüchtlinge an der Grenze , als Ventimiglia Einwohner zählt!“