Als ich meinen Kolleg*innen in unserem Buchhandlungs-Chat kurz vorgestellt habe, tat ich dies mit den Worten: „Ich würde sagen, das ist mit Abstand das kitschigste Buch, das ich seit Jahren gelesen habe, und ich habe es GELIEBT!“ :-) Genau so hat es sich aber eben auch verhalten. Nach manch sprachlich wunderbarem, inhaltlich wichtigem Buch habe ich es genossen, hier einfach nur eintauchen zu können, in eine wunderbare Liebesgeschichte, deren Ende von Seite 1 an klar ist, denn schließlich bedient sie ganz offen kommuniziert das Genre „Enemies to lovers“. Hier ist tatsächlich der Weg schon das Ziel, denn ich darf als Leserin die beiden sich hassenden Turteltäubchen ganz voyeuristisch permanent begleiten auf ihrem Weg vom „Hass“ zum Glück – und dabei oft hämisch grinsend denken: „Ihr könnt Euch noch so anstrengen, am Ende kriege ICH mein Happy End und Ihr Euch ;-) Ob Ihr wollt oder nicht ;-)“ – und natürlich wollen sie das irgendwann auch very much.
Das Setting gefiel mir auch gut: New York auf der einen Seite, ländliches Kleinstadtidyll (vor meinem inneren Auge à la Stars Hollow von den Gilmore Girls) auf der anderen Seite. Nora ist in New York Literaturagentin und sie ist New Yorkerin mit Leib und Seele – ohne driftigen Grund setzt sie keinen Fuß außerhalb des Stadtgebiets und es braucht schon den Charme ihrer kleinen Schwester Libby, um Nora in das etwas abgehalfterte Städtchen namens Sunshine Falls zu schleppen. Die hochschwangere Libby braucht nämlich eine Pause von ihrem stressigen Familienalltag und wünscht sich ein bisschen schwesterliche Zweisamkeit.
Doch wen trifft Nora dort im einzigen, völlig chaotischen Buchladen? Ihren most hated man der Literaturszene New Yorks: Charlie, den Superlektor eines namhaften Verlags.
Man kennt sich bereits aus der City und man fand sich wechselseitig nicht besonders sympathisch – doch es kommt, wie es kommen muss: Die beiden Bücherwürmer laufen einander ständig über den Weg und müssen dann auch noch beruflich zusammenarbeiten. Was im Folgenden geschieht, ist klar – aber seeeehr romantisch verpackt: Sie können es nicht fassen, sie wollen, sie wollen nicht, sie wollen, aber denken, sie dürfen nicht, sie wollen, aber es macht keinen Sinn … tja, und trotz all der Vorhersehbarkeit schafft es die Autorin Emily Henry tatsächlich, den Spannungsbogen aufrechtzuerhalten bis zum Ende! Das ist nicht leicht!
Klar sind manche Situationen extrem stereotyp, manche Unterhaltungen allzu gekünstelt (niemand kann derart schlagfertig sein – aber dafür ist es ja Fiktion und keine Doku!) und manche Gedanken, die sich vor allem Nora um ihre Schwester Libby macht, sind etwas übertrieben dramatisch geschildert, aber: hey, egal!
Das große Ganze passt, macht Spaß und wer gerne ein bisschen mehr über den Literaturbetrieb mitbekommen will, kriegt so ganz nebenbei auch hier ein paar kleinere Einblicke.
Ich kann das Buch jedem ans Herz legen, der mal wieder sorglos-vergnügte Stunden mit einem Buch verbringen will, ein Wochenende in romantischen Träumen schwelgen oder schlicht ein kurzweiliges Ferienbuch haben möchte. Wer gern im Original liest, das lohnt sich hier auch, der Sprachwitz ist im Englischen einfach immer mega, wobei sich auch die deutsche Übersetzung von Katharina Naumann sehr schmissig und überzeugend weginhaliert!
All you romantic people out there – go and get yourself a copy of this romance!!
Book Lovers – Die Liebe steckt zwischen den Zeilen von Emily Henry ist bereits im Dezember 2023 als Taschenbuch im Knaur Verlag erschienen. Mehr Informationen gibt es über einen Klick auf den Verlagsnamen oder das Buchcover.


Yep, good stuff 🥰
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Dieser Schatz liegt noch auf meinem SuB, aber nach deiner Rezension bin ich absolut sicher, dass ich es lieben werde 📚❤️
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