Absturz im Buchgebirge

Ich suche mir gerne Literatur, die ein wenig abseitig ist, wühle oft in den Verlagsprogrammen kleinerer Verlage und stoße immer wieder auf Perlen. Zweimal ist mir dies auch beim umtriebigen Berliner Verbrecher Verlag gelungen: „Vater und ich“ von Dilek Güngör, das ja dann sogar für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde und „Spitzenreiterinnen“ von Jovana Reisinger,…

Freiheit über den Wolken

Zu „Wolkenkuckucksland“ von Anthony Doerr kam ich per Zufall. Ich kannte den Namen des Autors zwar, wusste auch, dass er bereits den Pulitzer-Preis erhalten hat, hatte aber noch nie etwas von ihm gelesen. Völlig unvoreingenommen machte ich mich also an diesen brachialen, über 500 Seiten fassenden Wälzer – und wurde mehr als reich belohnt!! Seit…

Erdig, rural, verknappt – großartig!

Es gibt sie einfach, diese literarischen Perlen. Eine von ihnen liegt hier vor mir: Ein Debüt der bis dato unbekannten Stefanie vor Schulte, die sich bei diesem Roman so selbstverständlich einer so außergewöhnlichen Sprache bedient, dass man sich nur ehrfürchtig wundern und verneigen kann. Worum geht es? Schwer, das kurz wiederzugeben. In einer nicht näher…

„Einhörner, die auf einem Friedhof aufstampfen.“

Selten fand ich ein Buch derart grandios und zugleich war mir der Ich-Erzähler so, ungreifbar, unsympathisch. Ich forsche noch immer woran das liegt. Ocean Vuongs Roman Debüt ist stilistisch großartig. Poetisch, mitreissend, fast schon vereinnahmend erzählt und erweitert das USA Bild nicht nur um die Erfahrungen vietnamesischer Einwanderer und Kriegsflüchtlingen, die ihre Geschichte immer bei…