Das ist mal eine tolle, rasante Krimigeschichte!
Ein junges Mädchen in Frankreich wächst in einer Familie auf, die politisch ganz am rechten Rand angesiedelt ist. Der große Bruder ist tief im rechtsextremen Netzwerk verwurzelt und das junge Mädchen ist nichtsdestotrotz mit 14 mit einem Ausländer liiert. Ihr großes Lebensdrama ist, als dieser Junge aus heiterem Himmel stirbt. Seinen Tod verwindet sie nie ganz.
Die Geschichte setzt etwa 10 Jahre später wieder ein, das Mädchen ist mittlerweile Mitte 20 und komplett im faschistischen Milieu gelandet und aktiv. Immerhin studiert sie und interessiert sich auch noch für Anderes als nur ihr radikales Gedankengut. Da sie aber seit ihrer Geburt dieser rechtsextremen Normalität im Alltag ausgesetzt ist, hinterfragt sie diese Thematik überhaupt nicht.
Doch eines Tages erfährt sie, was mit ihrer Jugendliebe tatsächlich passiert ist und das ändert für sie alles.
Nicht nur der Plot ist mal etwas ganz Außergewöhnliches, auch die Erzählweise ist frisch und anders. Der allwissende Erzähler greift vor, nimmt vorweg, spricht den Leser direkt an. All dies, ohne die Spannung dadurch zu mindern. Wirklich cool und aufgrund der starken Rassemblement National in Frankreich auch topaktuell. Auf der Krimibestenliste, die der Deutschlandfunk präsentiert, war der Titel im März 2026 auf Platz 8. Glückwunsch!!!
Kurz, knackig, empfehlenswert!
„Die kleine Faschistin“ von Jérôme Leroy ist 2026 als Hardcover bei der Edition Nautilus erschienen. Übersetzt wurde das Buch von Cornelia Wend. Weitere Informationen bei Klick auf das Cover oder auf der Verlagsseite.


Interessant. Jérôme Leroy hat unverkennbar mit der Edition Nautilus seinen deutschen Hausverlag gefunden, denn fast alles, was er in den letzten 15 Jahren geschrieben hat, wurde – übersetzt von Cornelia Wende – dort verlegt.
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