Politik und Diplomatie …

Pressebild_EskapadenDiogenes-Verlag_72dpi[1]… beides nicht unbedingt ein sauberes Geschäft. Nicht im Périgord und international schon gar nicht. Die Diplomatie findet meist im Geheimen statt und Transparenz kann man von ihr nicht erwarten. Die Strippen der Macht ziehen Menschen, die Interessen haben – egal in welcher Hinsicht. Und häufig sind solche Menschen mit großem Charisma gesegnet. So auch Brunos Held seit seiner Kindheit: der Partriarch.

Die Einladung zum 90. Geburtstag des Patriarchen, Marco Desaix, erfüllt Bruno mit Stolz – auch wenn er genau weiß, dass er die Einladung der Roten Komtess zu verdanken hat, die wohl eine langjährige Liaison mit Marco, dem ersten französischen Piloten, der die Schallmauer durchbrach, unterhielt. Ein rauschendes Fest, in das der Leser hinein stolpert und versucht, das bereits bekannte „Personal“ von neu eingeführten Figuren zu trennen. Aber so ist das mit den Bruno – Krimis, sie beginnen fulminant, mitten drin in kleinen Örtchen Saint-Denis, man kennt sich und wenn nicht, dann wird man bekannt gemacht.

Doch was wäre ein Walker Krimi ohne Leiche, deren Tod so einiges mehr aufwirbelt, als sich zunächst vermuten lässt?

Martin Walker besitzt eine unglaubliche Kenntnis, was Politik und Geschichte Frankreichs angeht – aber nicht nur Frankreichs. Und diese zeigt sich in Brunos mittlerweile achten Fall deutlicher denn je. Nicht mehr nur die regionalen Begebenheiten mit all ihren weiterreichenden Ebenen, sondern internationale Verstrickungen mit solch weitreichenden Konsequenzen, wie dem Mauerfall 1989 in Deutschland, bilden den Rahmen des durchweg flüssig und spannend zu lesenden Krimis.

Was das Privatleben Brunos angeht, der sich nicht recht entscheiden kann, wie seine Zukunft aussehen soll, beziehungsweise mit wem er sie verbringen möchte, ist nur zu sagen: Er bekommt einen Schubs, der zwar nicht alles klärt, aber doch ein wenig Ruhe auf dieser Spielwiese schafft.

Eine neue Erfahrung habe ich aber auch bei der Lektüre des gewohnt solide gestrickten Krimis machen können, alleine dadurch, dass ich nahtlos von Fall 7 in Fall 8 einsteigen konnte. Es liest sich noch so viel besser am Stück. Das mag an dem mittlerweile sehr großen Personengefüge liegen, das zu Beginn eines neuen Bruno-Krimis in den hinteren Ecken meines Gedächtnisses versteckt und hervorgeholt werden muss. Liest man am Stück, sind die Verbindungen klarer.

Sollte ich meinen immensen S(tapel)U(ngelesner)K(ostbarkeiten) irgendwann einmal abgebaut haben, werde ich die Bruno-Krimis sicher mit Band eins beginnend nacheinander weglesen. Aber bis dahin wird Martin Walker sicherlich noch der eine oder andere durch Bruno zu aufzuklärende Fall aus der Tastatur fließen …

Buchdetails

  • Aktuelle Ausgabe: 01. Mai 2016
  • Verlag: Diogenes
  • ISBN: 978-3-257-06968-6
  • Leinen, gebunden: 400 Seiten

 

 

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