Toxischer Japanroman

Ohje, dieser Roman des Schweizer Schriftstellers Adolf Muschg war für mich bedauerlicherweise ein sehr sprödes auf Gewalt getrimmtes intellektualisiertes mühsames Werk, in dem seichte Querverweise und Zitierungen quasi mit der Mistgabel hineingeschaufelt wurden. Selbstverständlich habe ich als Leserin die Reminiszenzen an Adalbert Stifters Œuvre auf Grund des Klappentexthinweises erwartet, da ja beide Protagonisten den Linzer…

Selbstfindung

„Ich glaube, allen von uns hat jemand wehgetan, Frau Doktor. Aber nicht jeder endet hier drin.“ S. 73 Die Aufmachung lässt keine Zweifel aufkommen: Der rote Blumenprint auf weißem Grund auf dem Schutzumschlag, der sich auf dem Buch selbst darunter dann in weiß auf rosa fortsetzt, zeigt deutlich, wer hier angesprochen werden soll: Die weibliche…

So interessant können farblose Menschen sein

Tsukuru Tazaki verbindet in seiner Schul- und zu Beginn seiner Studienzeit ein sehr enges Verhältnis mit seinen fünf besten Freunden. Die zwei Mädchen und drei Jungen bilden als Gruppe das perfekt harmonische Beziehungsgeflecht. Völlig unvermittelt wird Tsukuru aus der Gemeinschaft ausgeschlossen, niemand spricht mit ihm über die Gründe und keiner will ihn mehr sehen. Dieses…