„Einhörner, die auf einem Friedhof aufstampfen.“

Selten fand ich ein Buch derart grandios und zugleich war mir der Ich-Erzähler so, ungreifbar, unsympathisch. Ich forsche noch immer woran das liegt. Ocean Vuongs Roman Debüt ist stilistisch großartig. Poetisch, mitreissend, fast schon vereinnahmend erzählt und erweitert das USA Bild nicht nur um die Erfahrungen vietnamesischer Einwanderer und Kriegsflüchtlingen, die ihre Geschichte immer bei…

Odysseus Heimkehr in die Securitate-Hochburg

Ich sitze schon zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit etwas fassungslos, ein bisschen überfordert und konsterniert vor einem rumänischen Roman, habe irgendwie das Gefühl, zwar etwas Gutes, sehr Lyrisches gelesen, aber nicht wirklich verstanden zu haben und frage mich, warum diese Art zu beschreiben und mir diese Welt so fremd erscheint, beziehungsweise warum sie so…

Einsame Londoner

Schon immer sind wir Menschen auf der Suche nach einem Ort, an dem wir frei, friedvoll und gut leben können. Werden die äußeren Lebensumstände zu schlecht, ziehen wir weiter, denn unsere Kinder sollen es gut haben oder sogar besser als wir. Gibt es keine Freiheit, sei es im Denken oder Tun, dann wird es eng.…

Malen gegen den Wahnsinn

Charlotte. Ein kurzer, knapper Titel. Das Cover mit dem faszinierenden Gesicht, nur angeschnitten, der Kopf nicht komplett zu sehen. Dann dieser Blick, intensiv und ernst, der einen überall hin zu verfolgen scheint. Charlotte. Auch der Name meiner ältesten Tochter. Noch ein Grund, dass dieses Buch mich wie auf magische Weise anzieht und ich es unbedingt…

Sils Maria – New York

Als die Nazis in den 30er Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts an die Macht kamen, bedeutete dies das Ende vieler Karrieren. Karrieren von Künstlern, Musikern, Schauspielern, die ihren Beruf von jetzt auf gleich nicht mehr ausüben durften. So ergeht es auch Lionel Kupfer in „Postskriptum“. Er ist Schauspieler mit jüdischen Wurzeln, ein Star, er genießt seinen…