Die schöne Seite des Scheiterns

George Watsky ist in Amerika ein Star der Rapper-Szene, Schauspieler, Lyriker, also einfach ein anerkannter Künstler. Dass so jemand nun sein literarisches Debüt mit dem Titel How to ruin everything – Wie man es vermasselt schmückt, klingt eher unglaubwürdig, im besten Fall kokett. Und ehrlich gesagt, die Geschichten, die Watsky hier erzählt, unterscheiden sich wahrscheinlich…

Song to rest in hell

Nicht nur die Liebe zum Blues haben wir beiden Buchsüchtlerinnen gemeinsam, oft erwischen uns dieselben Bücher und erobern unser Herz. So auch Vintage. Gleichzeitig gelesen, geliebt und gemeinsam goutiert und rezensiert – eine absolute Leseempfehlung von Thursdaynext und Bri. „Wach endlich auf Mann, der Rock ’n‘ Roll ist tot, da stehen nur abgehalfterte Typen drauf.…

Wenn die Welt ihren Lauf nimmt

Es mag abgedroschen oder pathetisch klingen, aber es gibt Bücher, die sind so ganz, dass kaum etwas über sie gesagt oder geschrieben werden kann. Sprache greift in diesen Fällen zu kurz, Gefühle können nicht im entferntesten transportiert werden, obwohl diese Bücher genau dies schaffen: durch Sprache emotionale Räume und Atmosphäre bilden. Die Allgemeingültigkeit mit der…

Beziehungsgeflecht

Von den meisten bibliophilen Menschen in meinem Umkreis höre ich häufig, dass sie Erzählungen oder Kurzgeschichten nicht so gerne lesen. Sie können mit der Form, die ich persönlich als die herausforderndste für einen Autor einschätze, nicht so richtig etwas anfangen. Was genau der Grund ist, kann mir kaum jemand sagen. Erzählungen werden scheinbar einfach nicht…

Geister der Vergangenheit

Direkt neben dem Coffeeshop ist ein Schuhputzstand, zwei throngleich erhöhte Sitze, darunter ein Bursche, der einem die Schuhe poliert. Es ist ein junger Mann, der in diesem Moment in ein Buch vertieft ist und die Uniform trägt, die mit seinem Beruf offenbar zwangsläufig einhergeht: Hosenträger und Schirmmütze, eine vage an den Beginn des zwangzigsten Jahrhunderts erinnernde Kombination. Neben Samuel steht Periwinkle, der sich die Schuhe putzen lassenwill, aber zögert.
„Ich bin ein gebräunter Weißer in einem teuren Anzug“ sagt Periwinkle, und starrt den schwarzen Schuhputzer an.
„Und das bedeutet genau was?“ fragt Samuel.
„Ich mag das Bild nicht.“