Familienscherbenhaufen

Mit diesem für den Deutschen Buchpreis 2020 nominierten Roman konnte ich ehrlich gesagt viel zu wenig anfangen, da ich mit dem stilistischen Aufbau des Plots nicht zurechtgekommen bin. Die Handlung ist fragmentarisch, wie mit dem Häcksler zerhackt. Ganz kurze, im Stakkato auftretende Szenenwechsel, manchmal nur von einer halben Seite, machen die gesamte Geschichte schwer rezipierbar.…

Ostblockzusammenbruch und Beziehungen im Wandel

Ich möchte Euch erneut zeitgenössische Literatur von unseren direkten östlichen Nachbarn vorstellen. Tschechien ist ja bei sehr vielen Lesern abseits der zwei großen Ks Kafka und Kundera nahezu Terra incognita. Es gibt aber sehr viel Gutes in unserem Nachbarland zu entdecken. Ein derartiges Werk, das es auch wert ist, von deutschsprachigen Lesern erforscht zu werden,…

Eiseskälte und verätzte Speiseröhren

Diesen dänischen Krimi von Katrine Engberg im Hochsommer bei dreißig Grad Hitze zu lesen, kann ich wärmstens – ähm kältestens – empfehlen, denn schon auf Seite eins begann ich bei den grandiosen Beschreibungen des klirrend kalten Kopenhagens zu frösteln und auf Seite fünf fror ich bereits ordentlich, ob der treffenden, genauen und plastischen Schilderung des…

Aktuelle tschechische Minidramen

Dieses Werk der Autorin im Rahmen der Verlagsreihe tschechische Auslese teilt sich in drei Kurzgeschichten, von denen alle so höchst unterschiedlich sind, dass ich sie unbedingt einzeln betrachten und bewerten muss. Eines gleich vorweg, Iva Pekárková kann richtig gut schreiben, sprachlich wundervoll fabulieren, einen spannenden Plot konstruieren, auch in der Kürze der Geschichten trotzdem einen…

Der Mann, der Shakespeare gewesen sein könnte

Interpretationen, Textanalysen –  wer erinnert sich nicht an seine Schulzeit, eine wunderbare Aufgabe für begabte Schwafler damals. Interpretationen können Spaß machen, je nach Persönlichkeitstypus und Schwaflergenen. Unser Sohn, eher der technische Typ, gehört nicht zu jenen die gerne interpretieren. Er sieht nur Sinnlosigkeit, ihm fehlt die „factfulness“ und die Freude des Gedankenwetzens und Schärfens, die…