Alleinruhelage

Ein Leben wird erzählt dicht und tiefblickend, liebevoll, kritisch mit charmant subtilem Humor und bereits bewältigter Trauer. Mit „Quasikristalle“ hat mich Eva Menasse bereits bezaubert. Eine grandiose Beobachterin, die das Erlebte in fast schon poetische, immer punktgenaue Sprache gießt. „Haus ich verkaufe dich.“, so beginnt dieser Roman der namenlosen Ich-Erzählerin und während sie über ihr…

Anständig geblieben

Ein Frauenleben, wie es viele gab und gibt und doch stehen sie selten im Fokus. Im Kaiserreich geboren erlebt Hanna Krause zwei Revolutionen, zwei Diktaturen, zwei Weltkriege und deren Enden, die teilweise in echten Demokratien enden. Ihr Leben scheint immer von außen gesteuert, doch schafft sie eine Selbstermächtigung, die erstaunt und der man Achtung zollen…

Ein bisschen DDR-Lolita im Dorf

Ich mag die eindrückliche Fabulierkunst von Daniela Krien, wie sie mit Wörtern plastische Bilder malt, aber ihr neu aufgelegter Debütroman lässt mich ein bisschen ratlos zurück. Nicht dass der Plot schlecht aufgebaut, mühsam oder irgendwie langweilig wäre, das ist überhaupt nicht der Fall, er ist sogar handwerklich sehr gut gemacht. Aber so, wie sich die…

allerwärts, veraltend für: überall

Als Trüffelschwein im Sprachland freue ich mich immer wieder über neue Worte, die meinen Sprachorbit streifen, oder auch über alte Worte, die jemand ausgräbt, entstaubt und, auf Hochglanz poliert, den Lesern präsentiert. So verhält es sich auch hier, beim Titel meines heutigen Rezensionsobjekts: „Abgang ist allerwärts„. Allein diese drei Worte, die einem so beim halblauten…