Hangover in Las Vegas als paranoider Horrortrip

Eigentlich hat dieses Buch alles, womit ich überhaupt nicht zurechtkomme und was mich immer extrem abtörnt, nämlich einen zerhackten dekonstruierten Plot mit stakkatoartigen Szenenwechseln und sprachlich-stilistisch teilweise Jugendsprech ohne Hilfszeitwörter, aber irgendwie hat es dieser Roman ausnahmsweise geschafft, mich total zu packen. Warum das so ist, darüber habe ich ein bisschen nachdenken müssen. Da ist…

Revolutionslüfterl im Wasserglas

Das Ausgangssetting des Romans von Mercedes Spannagel ist grandios. Die Tochter der extrem rechtskonservativen Bundespräsidentin Österreichs, eine Türkise (neue Farbe der konservativen Österreichischen Volkspartei) mit nazibraunen Spritzern, die aus der Unterschicht aufgestiegen ist, rebelliert gegen die Mutti. Leider entpuppt sich diese Rebellion nicht als anarchisch, konsequent, und mit starken Akzenten, sondern sie findet nur so…

The philosopher’s story

John Kaags Werk „Das Bücherhaus“ ist untertitelt mit „Eine philosophische Liebesgeschichte“. Dieser Untertitel hat mich verleitet, dieses Buch sofort zu bestellen, um es zu rezensieren. Bereits nach den ersten Seiten jedoch merkte ich (und mein Gefühl trügt mich selten), dass diese Liebesgeschichte eine sehr einseitige bleiben würde, jedenfalls zwischen dem Buch und mir, denn ich…

Lost in Nahost

Die Autorin hat eine zu Beginn sehr beeindruckende Geschichte kreiert, die mich bedauerlicherweise durch dramaturgische Schnitzer und daraus folgender mangelnder Figurentiefe ab der Mitte auf dem Weg durch Länder und Zeiten komplett verloren hat. Das ist sehr schade, denn die Story beginnt mit grandiosen Landschaftsbeschreibungen und tiefen Einblicken in die anatolische Gesellschaft. Die Leserschaft kann…