Liesl Lector und ihre psychopathische Bagage

Im Sinne der legendären Sex Pistols wird in diesem Buch die royale Familie auf den Prüfstand gestellt und gnadenlos ehrlich demontiert.
Wer von den Windsors frei nach Martin Rütter die allgemein von der Presse lancierte Meinung hat: „Die tun ja nix, die wollen nur repräsentieren“, wird in diesem Buch überrascht, erschüttert und eines besseren belehrt.

Bis ins letzte Glied ist diese Familie degeneriert, raffgierig, naziverherrlichend, menschenverachtend und korrupt bis zu ihren neuesten Sprösslingen (man glaubt es kaum) William und Harry. Auch der Thronfolger der Zukunft und sein Bruder wurden von Kindheit an, wie es bei Windsors üblich ist, dazu angehalten, sich als etwas Besseres zu fühlen und massenweise Tiere in Vorbereitung auf die Tötung von Menschen hinzumetzeln.

Die auch bei uns hinlänglich bekannte Tampon Affäre vom peinlichen, dummen Charlsy ist nur die harmlose sexuell anrüchige, witzige Spitze eines Eisberges voller menschenverachtender Einstellungen gegenüber normalsterblichen Untertanen, Negern, Pakis, Lappenköpfe=Araber (ich will gar nicht weiter ausholen so rassistisch sind die Aussagen von allen).

Ein paar Beispiele gefällig? Gerne: Obwohl die Todesstrafe in Großbritannien abgeschafft wurde, hat Queen Elizabeth 1999 an vier Tagen neun Exekutionsurteile eigenhändig unterzeichnet – Wo? In den Kronkolonien Trinidad und Tobago – dort kann man sich ja auch noch heutzutage an den dort lebenden Untermenschen und Untertanen leidlich austoben.
Die Familie ist an Firmen beteiligt, die ganz dick im Waffen- und Urangeschäft operieren. Während der zahlreichen Staatsbesuche wird diesem Business von allen Mitgliedern der Windsors auch fleißig nachgegangen.
Am Höhepunkt der Maul- und Klauenseuche hat Prinz „Nachhaltig“ Charles die maximale Pacht aus seinen Landeignern herausgepresst, obwohl er diese komplett ruiniert hat, die Seuche hat ihn nicht gekümmert, das Pfund muss rollen.
Die Tötungsfantasien von Prinz Harry und sogar William an Untermenschen in Afghanistan sind legendär und in den Londoner Clubs, die sie beide frequentier(t)en, hinlänglich bekannt.
Als reichste Familie der Welt und weltweit größte Grundbesitzer kriegen sie ihren Hals noch immer nicht voll, verweigern die Offenlegung des Vermögens, Steuerzahlungen und lassen sich dann auch noch permanent irgendwelche Sonderleistungen unter dem Deckmantel „Beihilfe für den Souverän“ vom britischen Bürger erstatten.

Dies sind nur ein paar ausgewählte Beispiele aus der Gegenwart, das grandiose Werk von Heathcote Williams kratzt den Schorf weg und bohrt noch tiefer und sehr treffend in royalen britischen Wunden.

Das Konzentrationslager war eine britische Erfindung unter Königin Viktoria im Burenkrieg….. Die Offiziere ihrer Majestät wollten sehen, mit wie wenigen Kalorien indische Arbeiter bei gleichzeitiger Schwerstarbeit auskämen. Ihre Lagerrationen waren geringer als die in Buchenwald. Etwas, das Apologeten des Imperiums vergessen

Nie wundert mich die Schlechtigkeit dieser Menschen“, schrieb Jonathan Swift, „aber oft erstaunt es mich, dass sie sich nicht schämen. Doch Dank des hannoveranischen Hochmuts verirrt sich das Wörtchen „sorry“ auf seinem Weg noch bevor es über die Lippen kommt.“

Wie aus diesen zwei Absätzen ersichtlich, ist dieses Buch relativ einzigartig. Es ist einerseits inhaltlich ganz bodenständig als Sachbuch konzipiert mit jeder nachvollziehbaren Quellenangabe in den Fußnoten dokumentiert, aber andererseits vom Schreibstil quasi als Poetry Slam angelegt.

Der Verlag präsentiert dem Leser zudem sowohl die deutsche Übersetzung als auch das englische Original völlig gleichwertig nebeneinander, was eine großartige Idee ist.

Dennoch möchte ich zwei kleine Kritikpunkte anmerken: Da dieses Werk als Poetry Slam konzipiert ist, finde ich die Buchform nicht als die am besten geeignete Präsentationsmöglichkeit – ein Hörbuch mit guter Stimme rhythmisch vorgetragen, wäre noch besser gewesen. Für ein Buch, obwohl in zwei Sprachen ausgeführt, ist es außerdem viel zu kurz! Ich will noch mehr fiese Details wissen! 😀

Fazit: Ein herrliches subversives Lesevergnügen bösartig, sachlich fundiert und wundervoll poetisch präsentiert, sowohl für anglophile Leseratten als auch für alle anderen.

Buchdetails:

  • Aktuelle Ausgabe : 8. Juni 2015
  • Verlag : Westend
  • ISBN: 978-3-864-89101-4
  • Taschenbuch : 174 Seiten

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