Der Meister der kleinen Dinge

Unsere Welt ist schnelllebig, hektisch und fordernd. Wir rennen von einem Event zum nächsten. Durch das Internet mit Gott und der Welt verbunden, erfahren wir jeden Tag, jede Stunde von inspirierenden, spannenden Veranstaltungen, Ausstellungen, Happenings und Versammlungen. Nicht hinzugehen, ist fast schon unverzeihlich, sieh das Gute liegt so nah! Wer rastet, der rostet! Doch was…

Beziehungsgeflecht

Von den meisten bibliophilen Menschen in meinem Umkreis höre ich häufig, dass sie Erzählungen oder Kurzgeschichten nicht so gerne lesen. Sie können mit der Form, die ich persönlich als die herausforderndste für einen Autor einschätze, nicht so richtig etwas anfangen. Was genau der Grund ist, kann mir kaum jemand sagen. Erzählungen werden scheinbar einfach nicht…

Viel Lärm um nichts

Auf den letzten Seiten lässt Véronique Olmi die Protagonistin ihres Romans „Der Mann in der fünften Reihe“ sagen: „[…] und dann habe ich die Nacht in einem Bahnhof verbracht und jemandem, der vielleicht zugehört hat, mein Leben erzählt. Ich habe mit der erstbesten reglosen Person gesprochen. […]“ Eine treffende Beschreibung: reglos. Vielleicht reglos vor Freude,…

Aufrichtig geliebt

„Die Stille dauerte eine Ewigkeit, dann legten die Musiker los und meine Eltern begannen, sich langsam umeinander herum zu drehen, sie hielten die Köpfe leicht geneigt und schauten sich tief in die Augen, als suchten sie sich, als zähmten sie sich. Ich fand es schön, und es machte mir Angst. Dann gebann die große rot-schwarze Frau zu singen, die Gitarren nahmen Tempo auf, die Becken vibrierten, die Kastagnetten klapperten, mein Kopf drehte sich, meine Eltern flogen. Sie flogen, meine Eltern sie flogen umeinander, sie flogen, die Füße am Boden, den Kopf in der Luft, wirklich, sie flogen und wenn sie landeten, hoben sie gleich wieder ab, wie zwei ungeduldige Wirbelwinde, nur um aufs Neue zu fliegen, voller Leidenschaft und entfesselt im glühenden Tanz. Nie zuvor hatte ich sie so tanzen sehen, es war wie ein erster Tanz und auch wie ein letzter. Ein Tanz wie ein Gebet, Anfang und Ende in einem.“

Erodierendes Eheleben

Beziehungen sind für Personen außerhalb immer schwierig zu verstehen und zu beschreiben. Zumal man vieles nicht sieht, viele Entwicklungen, die im Inneren stattfinden, nicht mitbekommt. Selbst beste Freunde und Freundinnen der Ehepartner schütteln, ob der Entscheidungen ihrer sich Ihnen anvertrauten Freunde manchmal den Kopf. Entschlüsse sind nicht nachvollziehbar und karikieren das vorher Gesagte. Als Kind und…