Das habe ich mehr oder weniger an einem Stück/Nachmittag gelesen und fand es hinreißend!
Eine große Liebe in der Jugend in den späten 10er-Jahren des 19. Jahrhunderts in den USA und ein Einblick in das Leben einer jungen Frau in den 1980er-Jahren, aufs Feinste verknüpft.
Lionel studiert Gesang, David Komposition, aber ihn interessieren vor allem Volkslieder, die die Zuwanderer aus ihren Heimatländern mitgebracht haben. Für ihn tragen sie in destillierter Form die Essenz des „Heimwehs“ in sich. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs reisen die beiden jungen Männer durch das Land, immer auf der Suche nach diesen besonderen Klängen – und dabei finden sie nicht nur musikalische Perlen, sondern auch eine ganz besonders innige Beziehung zueinander. Doch es ist nicht die richtige Zeit für solche Partnerschaften, das Leben muss weitergehen, ihre Wege trennen sich.
Der zweite Erzählstrang handelt von einer jungen Frau, die im Fernsehen ein Interview mit einem alten Sänger sieht, der von dem Projekt aus seiner Jugend, Volkslieder zu sammeln, berichtet. Seine anrührende Art löst etwas in ihr aus, was wiederum einen wichtigen Entwicklungsprozess in ihr anstößt.
Schöne Sprache, zart, behutsam, ich hätte die Figuren gerne länger begleitet, es war mir fast zu kurz. Ein wunderschönes Buch!
„Die Geschichte des Klangs“ von Ben Shattuck ist Juli 2025 als Hardcover im Hanser-Verlag erschienen. Weitere Informationen bei Klick auf das Cover oder auf der Verlagsseite. Übersetzt aus dem Englischen von Dirk van Gunsteren.

