Let there be Carnage

Al MacBharrais ist kein Bampot*. Relativ schnell ist ihm klar, dass bei den australischen Siegelmagierinnen etwas schiefläuft und er eilt zu Hilfe. Dabei lässt er etliches unerledigt zurück. Nadia, seine „Steuerberaterin“ muss ihn vertreten, denn Rezeptionistin Gladys, die schon viel Scheiße erlebt hat,  ist überraschend in Urlaub gefahren.

Sollte hier Verwirrung auftauchen, Kevin Hearne ist so freundlich, den Lesern des ersten Bandes eine kurze Zusammenfassung zu bieten bevor es losgeht. Das ist hilfreich und natürlich könnte man die Geschichte um den Siegelmagier so auch mit dem zweiten Band anfangen, doch warum sich freiwillig um das Vergnügen des Anfangs bringen?

Das Reisen ist für Siegelagenten eine feine Sache, schliesslich hat Göttin Brighid einen Verbindungsmann für die von ihr bestallten Siegelagenten exakt für solche Zwecke bereitgestellt.  Coriander holt also Buck Foi und Al ab, wie immer im Gin 71 und via Tir na nÓg sind sie im Handumdrehen da, abgesehen von einer kleinen Störung, die sie aber nicht lange aufhält. Zusammen mit Chen Ya- ping, Shu-huas Lehrling machen sich der Hobgoblin und sein Siegelmagier auf den Weg ins Outback um Shu- hua zu retten vor was auch immer.

Unterstützung erhalten sie von der plötzlich am Wegrand trampenden Gladys, die schon viel Scheiße erlebt hat, der alle, auch Connor, früher bekannt als Atticus, der eiserne Druide und die Morrigan, die nun Roxanne genannt werden möchte, mit derartig viel Respekt begegnen, dass Al zweifelt ob sie wirklich nur eine vom Leben gebeutelte Rezeptionistin ist. „ … ich bin ein wenig überqualifiziert …

Um herauszufinden wer aus welchen Gründen den gesamten Ärger verursacht hat sind alle verfügbaren Kräfte vonnöten, dennoch sind die Kollateralschäden erheblich.

Man erfährt etwas darüber wie es Atticus in der Zwischenzeit erging, Oberon erzählt die Story von den Eichhörnchen und auch andere Mutmachgeschichten stählen die RetterInnen.

Al´s Lebenseinstellung: „Ich vertraue auf die sanfte Magie des Tagesdurchschnitts.  … In den Hochphasen kultiviere ich Dankbarkeit, in den Tiefphasen Geduld.“  gefiel mir sehr gut.

Die totgeglaubte Morrigan, die mit ihrer Vergangenheit als Schlachten- und Todesgöttin aufräumen möchte verspricht noch viel Spaß in hoffentlich folgenden Fortsetzungen. Auch das Rätsel, WER denn nun Gladys, die schon viel Scheiße erlebt hat  tatsächlich ist, wurde im Gegensatz zu Nadias Herkunft nicht gelöst, so wie auch Al MacBharrais und sein Hobgoblin noch immer die Probleme aus Band eins zu lösen haben. Ist ja auch unangnehm, wenn man sich mittels Stimme bei allen Wesen sofort äußerst unbeliebt macht und alle einem nahestehenden Wesen zu einem frühzeitigen Tod verdammt sind. Buck Foi möchte besonders diese Verfluchung Al’s schnell erledigt haben.

So bleibt nach diesem Abenteuer die Vorfreude auf ein Neues. Das ich sicher nicht verpassen möchte. Heranes Geschichten um die irischen Götter, die Feenwelt, Druiden, Gaia und was es sonst alles an verwertbaren Mythen und Göttlichkeiten gibt sind einfach zu charmant**.

Kevin Hearne erschafft Charaktere, die wiederzutreffen jedesmal ein auserlesenes Vergnügen ist und er lässt ihnen Raum, das und sein schelmischer Humor machen seine Fantasy Romane so besonders.

*schottisch für „Schwachkopf“.

** mit sehr eigenwilligem Charme, aber charmant

Papier & Blut – Die Chronik des Siegelmagiers von Kevin Hearne ist im März 2022 bei Hobbit Presse Klett- Cotta erschienen. Weitere Informationen bei Klick auf das Cover oder auf der Verlagsseite.

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