Gemütsbretter mit Esoterikfüllung

Unglücklich und unzufrieden mit ihrem Leben stößt die Autorin von Moodboards nach der Lektüre etlicher Ratgeber auf den US-amerikanischen Coach (von was auch immer) John Assaraf. Dieser vertritt die These, „… dass, wenn man wisse was man wirklich wolle, man auch in der Lage sei, eines der großartigsten Gesetze im ganzen Universum aufzurufen: das Gesetz der Anziehung.“

Ein klitzekleinwenig, und ja, es ist mir peinlich, aber so ist es nunmal, glaube ich auch an dieses Gesetz, in bestimmten Bereichen, in Maßen mit dem Gefühl vielleicht einfach auch nur ein Glückskind zu sein. John Assaraf hatte also 1995 damit begonnen sogannte Mood oder Vision Boards für sich zu gestalten. Eine schöne und kreative Idee sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und positive Verstärkung aufzubauen um sich hinsichtlich seiner Ziele zu bestärken. Man kann es gestalten wie man möchte, als Collage, auf einer Pinwand, Leinwand, Schnur mit Anhängseln, Kühlschrankdekor, direkt auf die Tapete. Alles geht, erlaubt ist was gefällt und einem guttut. Nette Idee, nicht gänzlich neu, kann Mensch sicher für sich ausprobieren. Das Buch baut die Angelegenheit ein wenig mehr auf, es werden Vergleiche zu Storyboards gezogen, Businessbereiche erwähnt die bereits erfolgreich damit arbeiten. Nette Zitate prominenter und weniger bekannter Menschen zieren etliche Seiten. Der Albert Einstein zugeordnete Spruch gefiel mir am besten:

„Es ist verrückt, die Dinge immer gleich zu machen und dabei auf andere Ergebnisse zu hoffen.“

Vom Prinzip Moodboard konnte mich das Buch überzeugen. Layout, Optik und Inhalt gefielen mir weniger. Moodboards setzt sich deutlich vom Kalligraphie und Niedlichkeits-, Schönheitstrend anderer bebilderter Werke ab. Es wirkt sehr altmodisch,  indem es ein recht konsequent, schlichtes bis tristes an die 70er Jahre angelegte Styling – abzüglich der Psychedelicära –  nutzt. Zuviele ähnlich klingende“begeisterte“ Moodboarderfahrungsberichte im hinteren Teil, zu viel Esoterik und sentimentales Geschreibsel auch in Form von Affirmationen wie:

„Losgelöst von meiner weltlichen Erscheinung gibt es Dinge, die sich meine Seele wünscht, und die ich nicht mehr übersehen sollte.“

Fast alles ist schon länger bekannt was Visualisierung oder positives Denken angeht, wobei die Wissenschaft sich in Bezug auf positive thinking nicht immer einig ist, denn es könnte auch sein, dass man so viel träumt, dass man sein Ziel gar nicht erreicht sondern sich schon geistig angekommen wähnt. Farbtabellen die Farben in Gefühle umsetzen und dabei altmodisch rot und  rosa weiblich zuordnen und Blautöne sind …? Na was wohl. So ist Moodboards ein Sammelsurium an alltäglichen Weisheiten, wie „Seien Sie authentisch“, fordert einen auf „den ersten Schritt zu gehen“ und zählt die benötigten Utensilien zur Erstellung des eigenen Moodboards auf. Wer diese Anweisungen (Schere, Klebstoff, Magneten, Haftnotitzen, Tesa, Stifte, Reißnägel etc. … benötigt hat andere Problem als sich mit Visualisierung zu beschäftigen.

Ziele sollen geträumt, gefühlt und erreicht werden mithilfe der Kraft der Bilder. Das kann man schon machen, dazu braucht man aber kein Buch.

Fazit, tolle Idee an sich, einfach selber denken und machen und sich Zeit schenken. Einen schönen Spruch möchte ich hier noch erwähnen: Fehler sind ok. Für wen geeignet: Für Menschen die noch nie in ihrem Leben kreativ und künstlerisch unterwegs waren ist das Buch sicher eine Bereicherung, und Stütze einen Weg zu sich selbst zu finden, so es sie erreichen kann.

Moodboards von Marianne Salentin-Träger ist im April 2019 im Irisana- Verlag erschienen. Weitere Informationen bei Klick auf das Cover oder auf der Verlagsseite.

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