Splish, splash …

ein-einhorn-taucht-unter-cover… I was taking a bath … *

Die Badewanne ist die Wellness-Oase des kleinen Mannes. Schon bei der Wohnungssuche schielt man – mit angehaltenem Atem – gern als Erstes um die Ecke ins Badezimmer, um zu sehen: Gibt es eine oder nicht?

Klar, ein Leben ohne Badewanne ist möglich – aber nicht erstrebenswert. Denn was kann man nicht alles Wunderbares dort tun! Die Kinder spielen mit ihren kleinen Spielzeugbooten, spritzen mit den Badewannentierchen gern nicht nur sich gegenseitig, sondern auch Muttern, das Regal mit den ehemals trockenen Handtüchern und überhaupt den gesamten Großraum BADEZIMMER nass. Wir Frauen versinken gern in Wölkchen voller Badeschaum, hören gute Musik, dazu trinken wir vielleicht sogar, ganz dekadent, ein Gläschen Prosecco und – hicks! – das Wochenende kann kommen! Und Männer …, ja … Männer … ähm: Baden Männer gern? Meiner nicht. Doch es gibt zumindest einen prominenten Vollbad-Liebhaber, an den sich alle „Friends“ **-Fans sicher ebenso gern erinnern wie ich. Alle anderen sollten sich die Szene nicht entgehen lassen und eben mal  hier nachschauen 🙂

Und doch war der Genuss der Entspannung immer ein wenig geschmälert, denn der bücherliebende Vollbadfreund stand immer schon vor der Quadratur des Kreises: Wie genieße ich ein Bad UND lese ein Buch? Versuche, beiden Hobbys zu frönen, gingen bei mir klassisch in die Hose: Das Buch war innerhalb von 3 Minuten wellig, hatte Schaumkrönchen auf dem Cover und war übersät von Wasserspritzern. Der Genuss, das Buch danach nochmals in die Hand zu nehmen, ging gegen Null.

Doch, tatataaaa, das unschöne Herumwurschteln hat ein Ende! Der kleine Chemnitzer Verlag „Edition Wannenbuch“ hat das Problem erkannt und fieberhaft an einer Lösung gearbeitet – und hier ist die Lösung! DAS WANNENBUCH!

Was es seit Jahrzehnten schon für Kinder gibt, allerdings nur mit putzigen Entchen und süßen Häschen bedruckt, ist endlich ein Niveau nach oben gehoben worden. Seit einiger Zeit gibt es die handlichen Bücher aus Plastik nun auch für erwachsene Badefreaks, die sich ihr kindliches Herz bewahrt haben.

Über zwanzig Titel sind verfügbar, dabei werden so unterschiedliche Genres bedient wie Krimi, Liebesroman, Junior, Ratgeber und Humor. Genauer unter die Lupe genommen habe ich mir zwei Krimis: Ein Einhorn taucht unter und Wilde Hilde. Allen Büchern gemeinsam ist die handliche Größe (12,5 x 12,5 cm), das knuffige Gefühl durch die Schaumstofffüllung und die Seitenanzahl – mit überschaubaren acht Seiten eher kurz gehalten. Pi mal Daumen braucht man als geübter Leser maximal zehn, im Entspannungsmodus höchstens fünfzehn Minuten, um sich durch so ein Büchlein zu schmökern, und bleibt damit genau im vorgegebenen Zeitrahmen für ein perfektes Vollbad. Hautärzte empfehlen nämlich, nicht länger als zwanzig Minuten im muckeligen Wasser zu bleiben.

Bei Ein Einhorn taucht unter handelt es sich um einen bitterbösen Anti-Einhorn-Krimi, der von Claudia Puhlfürst mit einem riesigen Augenzwinkern erzählt wird. Für alle, denen es wie dem männlichen Protagonisten des Büchleins geht, der genug hat von der rosa-kitschigen Einhorn-Welt, eine Offenbarung.

Die Wilde Hilde von Greta Lentz hingegen gibt wunderbare Anregungen für eine ganz neue Interpretation der Altersvorsorge und für eine sehr inspirierende Inneneinsicht in eine Alters-WG.9783981598933

Wer also Spaß versteht, sein ökologisches Gewissen für den Moment im Badewasser ersäuft, denn es ist und bleibt eben Plastik, oder auf der Suche nach dem perfekten Geschenk für jemanden ist, der im Prinzip schon alles hat, der ist hier richtig! Hübsch aufgemacht ermöglichen sie einen wirklich wunderbar haptischen Glücksmoment, denn diese Teile sind einfach so … knuffig! Man mag gar nicht aufhören, sie ständig in den Händen zu halten und zu drücken (or is it me?!).

Klare Kaufempfehlung für alle Wasserratten und Bücherwürmer!

Buchdetails

Ein Einhorn taucht unter

  • Aktuelle Ausgabe: 2017, Chemnitz
  • Verlag: Edition Wannenbuch
  • ISBN: 978-3-98-178706-1
  • Plastik: 8 Seiten

 

Wilde Hilde

  • Aktuelle Ausgabe: 2017, Chemnitz
  • Verlag: Edition Wannenbuch
  • ISBN: 978-3-9815989-3-3
  • Plastik: 8 Seiten

 

* Titel des Songs von Bobby Darin

** amerikanische Soap

 

6 Gedanken zu “Splish, splash …

  1. Falschbaden…naja, geht das überhaupt? Denke nicht. Will ja schon seit Ewigkeiten in den Süden der USA. New Orleans, Mississippi , spanisches Moos , da träum ich mich via Dampfer hin. Sobald ich mal mit nem echten gefahren bin kann ich ihn weiterschicken.

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  2. Das wird auch bei mir benutzt, das Handtuch. Trotzdem es feuchtelt, wenn ich schon bade dann plantscht es auch,. Von den kids ist noch der geniale Mississippi Dampfer zum aufdrehen über. Der muss durch den Schaum pflügen sonst kann ich ja gleich duschen *g* Die Buchkürze, ja, und sicher ist die Auswahl auch nicht allzugroß. „Für ein 15 min Buch da les ich doch gar nicht los“ oder was meinte damals dieses Supermodel?

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  3. Icke schaff das – ich kann das echt, lesen in der Badewanne, ohne die Bücher nass zu machen. Ich habe immer ein Handtuch parat für die Finger 😉 Und wenn ich überhaupt bade (bin eher die Warmduscherin), dann will ich entspannen und das heißt, ich liege, lese, ruhig, plantsche nicht ;). Was mich glaube ich stören würde, wäre die Kürze der Bücher … aber wie Du schon so schön sagst: das ist eine persönliche Entscheidung 😉 LG

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  4. Kritische Anmerkungen zum Wannenbuch sind absolut erlaubt und ich habe mit ihnen gerechnet 😉 und Du hast recht, es ist ein Luxusthema, Geschenkideen für Leute zu suchen, die bereits alles haben. 😵

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  5. Ist es nicht genau das Problem der westlichen Konsumgesellschaft. Etwas zu kreieren für jen die bereits so satt sind, weil sie alles haben? Hörbücher in der Wanne, die Ruhe des Plantschens und völliges Abschalten oder Achtsamkeit bei Papierbüchern /vlt. schafft es ja jemand da draussen seine Bücher beim Baden nicht zu befeuchten *G*) …vieles geht, muss da noch ein Plastikbuch her?
    Ich versuche gerade für mich zu ordenen indem ich hinterfrage a) wem nutzt es (siehe Hagen Rether)
    und
    b) brauch ich das wirklich?
    Aber das darf glücklicherweise jede/r für sich selbst entscheiden
    Liebe Grüße

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