Familienbeziehungen: Nichts ist so, wie es scheint

Ich war schon beim Verlagsdebüt von Fabian Neidhardt beeindruckt, wie sensibel und mit wie vielen Zwischentönen der Autor seine Geschichten aufbaut. Bisher war ich so ein Einfühlungsvermögen meist von Autorinnen gewohnt. In diesem hervorragenden Familienroman legt er aber noch einen Zahn zu, denn seine Figuren und die dargestellten Situationen scheinen bei all der feinfühligen Innensicht…

Unzählige leere Kilometer

Leider bin ich sehr enttäuscht vom neuen Roman des Moritz Rinke, dessen Geschichten ich bisher eigentlich sehr genossen habe. Der längste Tag im Leben des Pedro Fernández Garcia ist leider nicht nur sehr lang wie im Titel bereits angekündigt, sondern weist auch noch die langatmigste Handlung auf, die ich seit Jahren gelesen habe. Als ich…

Eine Odyssee Mein Vater, ein Epos und ich

Daniel Mendelsohns Roman ist zugleich Memoir, Familiengeschichte, Literaturexkursion samt Interpretation und Reisebericht. Sein Held, er selbst, ist Professor für Altphilologie, als sein 81 Jahre alter Vater beschließt in sein Seminar zu kommen um sich anzuhören, was sein Sohn, in dieser, für ihn den Mathematiker, so unpräzisen Wissenschaft, den jungen Leuten über Homers Odyssee erzählt. Basierend…

Feelgood

Dieser Roman von Daniel Glattauer ist der diametrale Gegenentwurf zur alarmistischen boulevardesken Xenophobie und Misanthropie der heutigen Welt – ein Alternativentwurf zu Mord, Totschlag, bösartigen, sensationsgeilen Menschen – quasi ein sehr modernes Märchen. Er ist durchaus ein wenig klischeehaft und auch rührend, aber ehrlich gesagt, der Autor hat bei mir wie auf Knopfdruck die richtigen…