Fünf, sechs, sieben, acht! **Gastbeitrag**

Nachdem wir neulich unsere „Abbrüche“ mit Euch geteilt haben, hat sich bei mir, Birgit, meine Freundin Friederike Weimar gemeldet, mit der Information, dass es ihr ABSOLUT anders ergangen ist mit dem neuen Titel von Ewald Arenz. Und da wir ja kein Buch schlechtreden, sondern lediglich unsere Lese-Erlebnisse mit Euch teilen wollen, veröffentlichen wir heute ein…

Aufrichtig geliebt

„Die Stille dauerte eine Ewigkeit, dann legten die Musiker los und meine Eltern begannen, sich langsam umeinander herum zu drehen, sie hielten die Köpfe leicht geneigt und schauten sich tief in die Augen, als suchten sie sich, als zähmten sie sich. Ich fand es schön, und es machte mir Angst. Dann gebann die große rot-schwarze Frau zu singen, die Gitarren nahmen Tempo auf, die Becken vibrierten, die Kastagnetten klapperten, mein Kopf drehte sich, meine Eltern flogen. Sie flogen, meine Eltern sie flogen umeinander, sie flogen, die Füße am Boden, den Kopf in der Luft, wirklich, sie flogen und wenn sie landeten, hoben sie gleich wieder ab, wie zwei ungeduldige Wirbelwinde, nur um aufs Neue zu fliegen, voller Leidenschaft und entfesselt im glühenden Tanz. Nie zuvor hatte ich sie so tanzen sehen, es war wie ein erster Tanz und auch wie ein letzter. Ein Tanz wie ein Gebet, Anfang und Ende in einem.“