Hinter Gittern – Der Jugendfrauenknast

Dieser Roman von einem kleinen Verlag, der mir richtig gut gefallen hat, weist ein sehr interessantes Ausgangssetting auf: Die Protagonistin Emma, im feministischen Kontext ein wundervoll gewählter Name, erschießt nach jahrelangem Missbrauch den Täter, ihren Vater, acht Mal. Notwehrexzess, respektive Totschlag oder Mord? Auf jeden Fall kommt sie in den Knast und fühlt sich unter…

Jesus und der Virus des Guten

Was habe ich mich gefreut, als ich den Klappentext gelesen habe: Jesus weilt in Berlin, der Roman soll starke satirische Elemente aufweisen, urkomisch sein und auch noch punktgenau LiebhaberInnen der russischen Literatur adressieren. Das schien genau in mein Beuteschema zu passen. Bedauerlicherweise wurden alle diese potenziellen Pluspunkte so gehörig an die Wand gefahren, dass es…

Großmutter-Enkelin-Beziehung und das Leben der alten Dame

Einige von Euch kennen möglicherweise die polarisierende österreichische Kabarettistin Lisa Eckart, die mit ihrem bissigen, verkopften, in überheblicher Attitüde präsentierten Programm schon einige Male für einen veritablen Skandal verantwortlich war. Im Jahr 2000 hat sie ein Buch über ihre Großmutter geschrieben. Da ich Bücher von Skandalnudeln und anderen krawallgebürsteten AutorInnen immer erst lese, wenn der…

Schwarz zu blau

Guten Morgen Berlin
Du kannst so häßlich sein
So dreckig und grau
Du kannst so schön schrecklich sein 

So singt Peter Fox in seinem großartigen, Berlin so genau zeichnendem Song „Schwarz zu blau“ – Thorsten Nagelschmidts Roman Arbeit ist das absolute Pendant auf literarischer Ebene und wenn ihr den Roman noch nicht gelesen habt, dann müsst ihr das unbedingt tun – nicht wegen Berlin, sondern, weil er einfach verdammt gut ist.