Irgendwo vorkommen

Eine junge Frau steht auf dem Dach eines Wohnhauses. Irgendwie scheint sie springen zu wollen, doch gleichzeitig wirkt sie aufgebracht, wütend und jemand, der wütend ist, der springt nicht, oder? Aber wer weiß? Immerhin hat die Frau (noch) keinen Namen und keine Geschichte. Peu à peu puzzelt Simone Lappert in ihrem zweiten Roman sowohl die…

Wie das so ist

Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug – ein Pflichttanz mit dem Tod von Kurt Vonnegut, einem Deutschamerikaner der vierten Generation, der heute in angenehmen Verhältnissen auf Cape Cod lebt [und zu viel raucht] und als kampfunfähiger amerikanischer Infanterie-Aufklärer in Kriegsgefangenschaft vor langer, langer Zeit Zeuge der Bombardierung und des Feuersturms der Stadt Dresden, genannt „Elbflorenz“, wurde und überlebte, um davon zu berichten. Dieser Roman ist ein wenig im Stil der telegraphisch-schizophrenen Geschichten des Planeten Tralfamador gehalten. Wo die fliegenden Untertassen herkommen. PEACE.

Seepferdchenfeminismus: spiegelverkehrt, bitterböse und urkomisch

Wenn eine Autorin einen feministischen Roman schreiben will, kann sie anklagend oder einfühlsam eine furchtbare Geschichte über Leid und Unterdrückung durch das Patriachat schreiben, oder sie kann einfach auf extrem witzige Weise den Spieß umdrehen und die Groteske der schon komplett von der Gesellschaft verinnerlichten männlichen Privilegien abmontieren, so dass sie erstmals humorvoll entlarvt und…

Hoffnungslose Dystopie

In Berlin prangt ein Schriftzug auf dem Haus in der Kastanienallee 86 : „Kapitalismus normiert, zerstört, tötet.“ Handys (bzw. Endgeräte, wie Sibylle Berg sie nennt), Fernsehen und MacDonalds (für Fastfood) sind das Brot und Spiele der Neuzeit. Was getötet wird, ist das Miteinander. Im Kapitalismus ist das Gegeneinander schon angelegt. Wohin das führt, sehen wir…