Die schöne Seite des Scheiterns

George Watsky ist in Amerika ein Star der Rapper-Szene, Schauspieler, Lyriker, also einfach ein anerkannter Künstler. Dass so jemand nun sein literarisches Debüt mit dem Titel How to ruin everything – Wie man es vermasselt schmückt, klingt eher unglaubwürdig, im besten Fall kokett. Und ehrlich gesagt, die Geschichten, die Watsky hier erzählt, unterscheiden sich wahrscheinlich…

Wenn die Welt ihren Lauf nimmt

Es mag abgedroschen oder pathetisch klingen, aber es gibt Bücher, die sind so ganz, dass kaum etwas über sie gesagt oder geschrieben werden kann. Sprache greift in diesen Fällen zu kurz, Gefühle können nicht im entferntesten transportiert werden, obwohl diese Bücher genau dies schaffen: durch Sprache emotionale Räume und Atmosphäre bilden. Die Allgemeingültigkeit mit der…

Familiengeheimnis

Ein junger Mann verfällt auf dem Arbeitsweg einer jungen Frau. Ihre Arme sind es, die ihn, aus dem kurzärmeligen Kleid ragend, faszinieren. Was genau an diesen Armen so anziehend ist, erfährt der Leser von Arthur Rundts Ausnahmeroman Marilyn, der bei seinem ersten Erscheinen 1928 als Fortsetzungsroman in der Neuen Freien Presse abgedruckt wurde, nur vermuten.…

Beziehungsgeflecht

Von den meisten bibliophilen Menschen in meinem Umkreis höre ich häufig, dass sie Erzählungen oder Kurzgeschichten nicht so gerne lesen. Sie können mit der Form, die ich persönlich als die herausforderndste für einen Autor einschätze, nicht so richtig etwas anfangen. Was genau der Grund ist, kann mir kaum jemand sagen. Erzählungen werden scheinbar einfach nicht…