Vorurteile mittels Magie überwinden

Aus bis heute anhaltender Begeisterung für Jasper Ffordes Romane um Thursdaynext habe ich diesen Nickname gewählt. Ffordes Anfang der Zweitausender erschienener erster Roman der Thursdaynextreihe heißt der Fall Jane Eyre und ist immer noch eines der großartigstens Funtasybücher ( Ja, FUN!) aller Zeiten. Allein der erste Satz: „Mein Vater hat ein Gesicht, das eine Uhr stoppen kann.“

Und trotz meiner Liebe zu den Protagonisten und der Begeisterung zu Ffordes Literaturanspielungen habe ich es nie geschafft, mir die Romane der Schriftstellerinnen aus Englands glorreich vergangenen Zeiten des absoluten Patriarchats vorzunehmen. Schwulst, altmodische Sprache, fiese einheimische Gepflogenheiten der Eingeborenen, abschreckende Schmachterei und erfolgreich überwundene Vergangenheit schienen mir hier zu lauern.

Nicht ganz zu Unrecht.

Aber ich bekenne mich auch des Stolzes und der Vorurteile schuldig.

So sind „Die skandalösen Geheimnisse der Lydia Bennet“ in Melinda Taubs Roman die ersten Erfahrungswerte abgesehen von den Thursdaynextromanen und anderen literarischen Anspielungen die mich in Jane Austens Welt einführen, denn auch die Filme (ich habe recherchiert es gibt ja Unmengen!) hab ich nie geschaut. Zu muffig und abschreckend ist diese Epoche für mich.

Doch Hexerei, ja die lockte. Mit Magie bin ich leicht zu haben ;) Es klang nach großem Spaß den umgemodelten Altstoff zu lesen. Wie sich der Roman für Austenfans liest kann ich daher leider nicht berichten. Austen IgnorantInnen wie ich müssen in die Umstände der Zeit und die Ansprache erst hineinwachsen. Nach anfänglichem Fremdeln nahm die Geschichte dann an Fahrt auf und gefiel mir zusehends. Bis zum ,für mich, unvorhersehbaren, Ende war ich bestens unterhalten und überzeugt, dass die Autorin eine grandiose Protagonistin und Geschichte geschaffen hat. Subtiler Humor, Spannung, Magie und eine eigenwillige Erzählweise sorgten dafür. Die Einflechtung britischer Mythen und Sagengestalten erschafft eine aussergewöhnliche Atmosphäre und Lydia Bennet im magischen Kontext ist eine gelungene Heroine.

Möge sich Melinda Taub nur weiter die Klassiker vorknöpfen und sie für geneigte LeserInnen „verzaubern“. No Kitsch, versprochen!

Stolz, Vorurteil & HexereiDie skandalösen Geheimnisse der Lydia Bennet von Melinda Taub ist als Hardcover im September 2026 bei Hobbit Presse Klett-Cotta erschienen. Weitere Informationen bei Klick auf das Cover oder auf der Verlagsseite.

2 Gedanken zu “Vorurteile mittels Magie überwinden

  1. Würde dir empfehlen, mal die 1995er-Verfilmung von Pride & Prejudice mit Colin Firth und Jennifer Ehle anzusehen, vielleicht kommst du doch noch auf den Geschmack! :-) Alternativ die Sense & Sensibility-Version mit Emma Thompson und Kate Winslet (und, am Wichtigsten, Alan Rickman!).

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