Schräger Fantasy Krimi mit Goldmachern, Farborgeln und Politik

Ab und an begebe ich mich raus aus meinem gewohnten Trott und lese auch Genres, die ich schon sehr lang nicht mehr genossen habe. Verzeiht mir also, in der Kategorie Fantasy bin ich zwar mittlerweile ein bisschen eingerostet, ich glaube aber dennoch, dass ich Romane dort auch sehr gut mit etwas Abstand beurteilen kann.

Das vorliegende Universum war sehr kurios und hörte sich irgendwie interessant an, sodass ich einfach mal intuitiv zu diesem Buch gegriffen habe: Zwei Alchimisten auf Wanderschaft, die Gold bei großen Events herstellen, eine kleine, verzogene, gelangweilte Kinderfürstin, namens Clothilde, die ihr Reich finanziell und politisch an die Wand fährt, ein Fischhändler als Spion und politischer Repräsentant der Feinde des Fürstentums, Katzen als Amateurspione, Farborgeln, mit denen die Stadt Jüterborg angemalt wird, schräge Programme zur Belustigung des Volkes, wie zum Beispiel Massage, sehr viel Bürokratie und politische Intrigen, ein Wachmann mit einer sprechenden intelligenten Warze, ein armes krankes Mädchen, ihr bösartiger Bruder, und deren Mutter, die ihre Familie über die Runden bringen muss, eine Verschwörung der weißen Mäuse und viele andere sehr innovative Ideen werden hier in den Plot eingewoben.

Bedauerlicherweise ist dieses inhaltliche Feuerwerk in zu viele voneinander getrennte Handlungsstränge unterteilt, die zu lange ohne Bezug zueinander, nebeneinander herlaufen. Da kommt bis zu mehr als zwei Dritteln der Geschichte leider kein Flow und keine Spannung auf, was den Plot bis zu dem Punkt ganz schön langweilig macht.

Das Ende der Geschichte ist aber großes Kino. Im finalen Golderzeugungs-Event der beiden Alchimisten kommen alle oben genannten Protagonisten zusammen und das Unheil nimmt seinen Lauf. Das gibt es Drama mit Paukenschlag, und spannende Verwicklungen, die sich der Autor diesbezüglich hat einfallen lassen: politische Umstürze, Verschwörung, Mord, beziehungsweise möglicher Mord, einige gefangene Verdächtige, Folter und Gerichtsverfahren.

Fazit: Eine schräge, gute Geschichte, mit zu langsamem Tempo, die kürzer hätte sein können und deren Handlungsstränge hätten gestrafft, auch besser ineinander verschränkt und integriert werden sollen. Bedingte Leseempfehlung von mir.

Zum rosa Hahn von Erik Fosnes Hansen ist im Verlag Kiepenheuer&Witsch als Hardcover erschienen. Nähere Infos zum Buch über einen Klick auf das Cover im Beitrag oder auf der Verlagsseite.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..