Die Glücksfee „Wie fühlt es sich an, das Glück?“ und andere Bilderbuchschätze kurz vor Weihnachten

00535_85077_LEBERT_MLeseaffine Eltern, Schöngeister, wünschen sich für ihren Nachwuchs ebenfalls die phantastische Welt der Bücher zu öffnen und das Leben des Sprösslings zu bereichern. Hier gilt „Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt“.

Was liegt näher, als den Sprachschatz zu erweitern und so Kindern und Sprache Flügel zu verleihen, während man zusammengekuschelt geerdet gemeinsam genießt.

Bilderbücher sind hier das Mittel der Wahl und derer gibt es so viele schöne…

Hier eine kleine Auslese von geliebten und für wunderbar befundenen Exemplaren.

“ Es gibt auf der ganzen Welt dreitausenddreihundertdreiunddreißig Glücksfeen. So ungefähr. Und Pistazia war die Allerbeste.“

Cornelia Funke erzählt die Geschichte des immer miesepetrigen 6 Jährigen Lukas Besenbein, der dringend die Hilfe einer Glücksfee benötigt, mit Verve und Humor.
So schickt Tusnelda die Feenchefin (sie ist die dickste, bei Glücksfeen ist immer die dickste die Chefin), Pistazia zum ständig schlechtgelaunten Lukas, um ihm Nachhilfestunden im Glücklichsein zu erteilen.

Pistazia fliegt los. Lukas‘ erste Lektion folgt sogleich. Angeseilt an ihre langen Haare setzt sie Lukas, mitten in der Nacht, auf dem Dachfirst seines Elternhauses ab. Er glaubt, schrecklich zu träumen, aber seine private Glücksfee tut dies als Blödsinn ab und verlangt höchste Konzentration. Schließlich hat sie nicht ewig Zeit. Lukas auf dem Dach macht sich vor Angst fast in die Hose. Er findet es schrecklich, widerlich und scheußlich. Er friert und wird von diesen starken Gefühlen des Unwohlseins aus seiner Gleichgültigkeit gerissen. Pistazia ist’s für’s Erste zufrieden damit. Sie bugsiert ihn unsanft zurück ins wohlig warme kuschelige Bett, das er wohl zum ersten Mal derart intensiv als so wunderbar wahrnimmt. Lektion 1 ist abgeschlossen.

Beim Frühstück am nächsten Morgen sitzt Pistazia (mit Bikini und Bommelmütze) in seiner Kabatasse. Zeit für Lektion 2: Lukas kann den ganzen Tag nichts trinken. Alles was er sich eingießt verschwindet. Abends klebt ihm die Zunge am Gaumen.
Tags darauf sitzt die dicke Fee wieder in seiner Tasse und flötet, ob ein Schlückchen Kaba ihn glücklich machen würde. Logisch. Und Lukas fängt an, einen klitzekleinen Schritt Richtung Glücksgefühl zu tun. Er genießt, lächelt sogar seine Mutter an.

Doch die Fee ist noch lange nicht mit ihm fertig. Einen Tag später spuckt sie ihm auf die Augen und Lukas sieht nur noch Grau. Drei Tage lang.
Am vierten Tag sitzt das zwangspädagogische Zauberwesen morgens in seinem Schuh, wispert :Los geht’s“ und pustet ihm auf die Augen. Plötlzich ist seine Welt bunt, er hüpft und springt, tanzt herum und platzt fast vor Glück.
„Na , wie fühlt es sich an, das Glück ?“ fragt ihn Pistazia. Und Lukas berichtet……
„Pling“ danach verschwand die Fee und kam nie wieder.
„Auf Lukas‘ Lippen aber blieb ein Lächeln sitzen –
Ein dickes fettes Lächeln. Und zwischen seinen Zehen kitzelte noch sehr, sehr lange der Feenstaub. „

Dieses fette Lächeln zaubert das von Sybille Hein künstlerisch kongenial illustrierte Bilderbuch ein jedes Mal von neuem auf die Lippen des Betrachters.
Philosophie at it’s best, nicht nur für miesmuffelige Kinder.
Bilderbuchkult, (fast) ganz ohne Rosa und feentypische Klischees. Wundervoll.

Buchdetails

  • Aktuelle Ausgabe : 01.05.2012
  • Verlag : Fischer Taschenbuch
  • ISBN: 9783596811250
  • Flexibler Einband: 32 Seiten

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LouiseatenThe day Louis got eaten

Folgende Rezension bezieht sich auf die englische Ausgabe.

„Der Tag an dem Louis gegessen wurde“ ist ein hinreißend detailreiches, englisches Bilderbuch im erfreulicherweise günstigen Softcover, welches nebenbei die Verwendung des Past Participle unauffällig trainiert.

Die Illustrationen sind herrlich. Die Monster weniger schrecklich als hungrig.
Die Geschichte beginnt, als Louis per Tretroller mit seiner großen Schwester Sarah auf dem Rad in den Wald fährt. Unglücklicherweise wird Louis dort von einem Gulper verschluckt. Sarah gerät nicht in Panik, weiß sie doch, dass Gulper ihre Nahrung am Stück schlucken und ihr so Zeit bleibt, ihren kleinen Bruder zu retten.
Wild entschlossen macht sie sich an die Verfolgung, nicht ohne zuvor noch etwas Wichtiges einzusammeln. Fast hat sie den „Gulper“ eingeholt, da wird er unglücklicherweise von einem „Grabular“ gegessen. Um dieses vogelartige Wesen zu verfolgen, baut Sarah kurzerhand ihr Rad schwimmtauglich um und strampelt über das Meer hinterher. Unglücklicherweise wird der „Grabular“ in eben dem Moment von einem „Undersnatch“ gegessen, als sie ihn gerade erreicht hat. Unverdrossen verfolgt sie diesen nach unterwassertauglichem Umbau ihre Rads.
Der „Undersnatch“ wird natürlich prompt von einem „Spiney-backed-Guzzler“ gefuttert, dieser wiederum von einem „Sabre- toothed Yumper“ welcher sich ins Gebirge flüchtet, Sarah und ihr universalumbautaugliches Fahrrad immer auf den Fersen.

Es kommt zum Showdown, als der „Sabre-toothed Yumper“ schläft.
Die heldenhafte Schwester klettert in sein Maul und findet im Magen alle Monster wie Matrioschkas. Im Magen des „Gulpers“ trifft sie Louis wieder, der überzeugt auf Rettung durch seine Schwester dort unversehert ausharrte.
Jetzt kommt der „Hiccup Frog“zum Einsatz, den die findige Schwester vor der Verfolgungsjagd noch schnell einsammelte ……..

Das Happy End wartet dann noch mit einem magenvergurgelndem Monsterschüttler und einem äußerst mutigen Louis zum Finale auf und man wünscht sich mehr solcher spaßiger, kreativer ideen- und wiederholungsreicher Bilderbücher vom Autor, der zugleich der Illustrator ist.

Das Englisch ist einfach und lautmalerisch. Wer also glaubt, sein Kindergartenkind unbedingt mit dieser Fremdsprache vertraut machen zu wollen, kann die Geschichte auf Englisch mit Simultanübersetzung vorlesen. Die lautmalerisch köstlichen Freßgeräusche sind Grund genug dafür. Aber auch ältere Kinder werden ihren Spaß an der Geschichte haben und das Englischüben geht nebenher.

5 giggelnde Sterne für diesen Royal Mail Childrens Book Award Gewinner und eine dicke Leseempfehlung.

Englische Ausgabe:

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 04.08.2011
  • Aktuelle Ausgabe : 01.09.2012
  • Verlag : Lerner Pub Group
  • ISBN: 9781467703154
  • Fester Einband: 32 Seiten
  • Buchdetails

    • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 15.02.2012
    • Aktuelle Ausgabe : 15.02.2012
    • Verlag : Moritz
    • ISBN: 9783895652462
    • Fester Einband: 32 Seiten
    • Sprache: Deutsch

Stuhl Ein Stuhl ist nicht nur zum Sitzen da …..

er ist auch ein Helikopter, Polizeiauto, dient Equlibristen zur Selbstverwirklichung, ist ein Kaufladen und und und…

Ich liebe dieses Bilderbuch, weil es die besten Seiten des Kindseins schildert, die unerschöpfliche Phantasie, welche einem mit zunehmendem Alter und jedem Kameliden der einem begegnet leider verblasst …

„Der blaue Stuhl“ (Originaltitel: La chaise bleue), welchen die lakonisch gezeichneten Herren Klops und Schwärzlich mitten in der Wüste finden, ist ein Symbol dieser Phantasiequelle und sie sprudelt reichlich in diesem schlichten, schönen, schnickschnackfreien Bilderbuch, dessen Illustrationen so gelungen für sich sprechen, dass der Text fast überflüssig scheint.

Im günstigsten Falle hat jeder von uns sich die phantastisch schöpferischen Fähigkeiten der beiden spielerisch erfindungsbegabten Herren Klops und Schwärzlich bewahrt und hält so das popelige Dromedar in Schach, welches versucht, die Welt und ihre blauen Stühle ihres Zaubers zu berauben.

Jedem einen blauen Stuhl und eine große Leseempfehlung für alle ab 3, die sich heute noch an ihre Karton- und Höhlenbauerzeiten erinnern können oder tief in ihrem Inneren etwas davon bewahrt haben.

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.07.2006
  • Aktuelle Ausgabe : 01.07.2006
  • Verlag : Carlsen
  • ISBN: 9783551516626
  • Fester Einband: 40 Seiten
  • Sprache: Deutsch

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Rezension zu „Dr. Brumm will’s wissen“ von Daniel Napp

Dr. BrummDr. Brumm ist ein liebevolles ausgewachsenes Spielkalb, welches das Leben so nimmt wie es kommt.

Stützräderfahrrad so stark aufgepumpt, dass der Reifen platzt? Kein Problem für Dr. Brumm, nimmt er eben den Kettcar.
Konfrontiert mit den vielen kleine Alltagswidrigkeiten, die kleine Kinder so erleben, bleibt der liebevolle, gutmütige Tollpatsch immer obenauf und macht das Beste aus diesen Situationen.
Begleitet wird er dabei von seinem Mitbewohner und Freund Pottwal. Pottwal ist ein sprechender Goldfisch (in seinem Glas) mit dem Dr. Brumm viel Spass hat.

So schafft es Pottwal, sich beim Wippen derart schwer zu machen, dass das Abendessen für den oben sitzenden Dr. Brumm leider ausfällt.

Ein liebevolles humoriges Bilderbuch mit kurzen Geschichten aus dem Leben.
Ganz nah an der kindlichen Erlebniswelt.
Kinder ab vier Jahren können sich an den teils unmöglichen Situationen schon
ergötzen, aber auch ältere Kids und erwachsene Vorleser lieben Dr. Brumm,
da der Witz dieser Bilder und Geschichten altersübergreifend ist.
Dazu tragen die netten Zeichnungen und Dr. Brumms Mimik in nicht unerheblichem
Maß bei. Nebenher wird Sozialverhalten vorgelebt.

Wunderbare Unterhaltung , kichernde Kinder und schmunzelnde Erwachsene sind garantiert.

Bisher konnte ich alle Dr. Brummbücher zusammen mit den Kindern uneingeschränkt empfehlen.

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 16.07.2007
  • Aktuelle Ausgabe : 16.07.2007
  • Verlag : Thienemann
  • ISBN: 9783522179478
  • Fester Einband: 58 Seiten
  • Sprache: Deutsch

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