Ein bisschen DDR-Lolita im Dorf

Ich mag die eindrückliche Fabulierkunst von Daniela Krien, wie sie mit Wörtern plastische Bilder malt, aber ihr neu aufgelegter Debütroman lässt mich ein bisschen ratlos zurück. Nicht dass der Plot schlecht aufgebaut, mühsam oder irgendwie langweilig wäre, das ist überhaupt nicht der Fall, er ist sogar handwerklich sehr gut gemacht. Aber so, wie sich die…

Wir bleiben! Kampf gegen Landraub

Dieser Roman über das Schicksal eines Aborigines Stammes, fokussiert auf eine Großfamilie in Australien, präsentiert relevante politische Inhalte über die jahrhundertalte Unterdrückung von indigenen Völkern, die bis in die Gegenwart reicht und zeigt die derzeitige Ausbeutung von Bodenschätzen mit der gleichzeitigen rücksichtslosen Zerstörung der Umwelt der letzten Refugien dieser marginalisierten Bevölkerungsschicht. Zudem wird eine wichtige…

Schweizer Nationalsage reloaded

Tell ist die Neuerzählung der alten Schweizer Geschichte von Willhelm Tell und Hermann Gessler von Joachim B. Schmidt. Der Autor hat quasi einen Heimatkrimi aus dem historischen Stoff gemacht. Die Chance, bei einer Neuinterpretation eines Klassikers zu scheitern, ist groß. Warum das hier gelingt, ist auch einfach erklärt. Weil Schmidt neue Aspekte der historischen Geschichte…

Femizid, eine umfassende Analyse

Letzte Woche wurde ich auf die Aktion 16 Tage gegen Gewalt an Frauen aufmerksam, die jährlich vom 26. November bis 10. Dezember stattfindet und nahm die Initiative als perfekten Anlass, dieses sehr lehrreiche und ausgezeichnete Buch über Femizide in Österreich zu lesen. Schon alleine der Titel „Heimat bis du toter Töchter“ ist für Österreicher sehr…

Mutter in der Falle

Mir hat dieser schonungslose Roman von Daniela Dröscher über eine toxische Beziehung in den 80er Jahren richtig gut gefallen, zumal ich in dieser Zeit selbst Jugendliche war, und die Verhältnisse von Frauen live mitbekommen habe. Im vorliegenden Setting erzählt das etwa sieben- bis acht-jährige Mädchen Ela frei von der Leber weg über ihre als völlig…