Ich bin ein Banksy Fangirl. Liebe seine Arbeiten, seine kritischen, kreativen Arbeiten und halte ihn für einen großartigen Künstler. Natürlich hängt ein Banksy in meinem Wohnzimmer
und natürlich ein Poster, denn Banksy können sich nur sehr reiche Menschen leisten. Auch wenn das von ihm, zumindest für seine Streetart so weder gewollt noch gedacht ist. Er gibt keinem seiner Werke die von ihrem Entstehungsort entfernt wurden eine Echtheitsbestätigung. Dennoch werden sie hoch gehandelt und verscherbelt wenn möglich. Sie werden geklaut, übersprüht, weggeputzt. Mauer werden abgebaut. Türen aus den Angeln gehoben und Kunsthändler verdienen Unsummen daran, auch ohne Zertifikat. Poster werden gedruckt, es gibt Paravents zu erwerben, Sticker, Postkarten und etliche Bücher von und über ihn. Und natürlich habe ich Coffetablebooks mit seinen Werken. „The Art of Banksy“ und „Banksy“. Daher dachte ich „BANKSY LOST WORKS“ wäre verzichtbar. Ist es nicht.
Ja viele der verloren Bilder kannte ich schon aus den anderen Büchern, doch das Narrativ hier ist besonders. So ist mir der Krieg zwischen Banksy und King Robbo (er ist gestrorben, aber seine Fans übersprühen Banksy noch heute) zum Beispiel entgangen. Ich wusste das andere Streetartkünstler seine Arbeit der Schablonen wegen nicht mögen, verachten, kritisieren, seine Werke übermalen aber dieser Hahnenkampf ist schon besonders. Wobei mein Verständnis für solche Aktionen fast nicht nachweisbar ist. Sprayen und sprayen lassen sollte doch das alle verbindende Motto sein.
„BANKSY LOST WORKS“ ist tatsächlich eine Ergänzung die sich lohnt denn es wartet mit interessanter Perspektive auf den Künstler und seiner Kunst auf. Es macht Spaß zu lesen, es ist richtig spannend und auch manchmal traurig zu erfahren wie die Graffitis verschwinden, vermarktet werden und verloren gehen wobei dieses hier
holt sich das Meer zurück, das hat schon fast goldsworthysche Qualität.
<< Am Ende von „Cut and Run“ sagt Banksy: „Die Leinwände, die Drucke all die >richtige< Kunst die ich gemacht habe, sind nicht wichtig. Nur die Streetwork wird bleiben.>>
Interessante Aussage, er weiß doch wie vergänglich gerade diese ist. Und das scheint der Punkt zu sein. So wie Goldsworthy Arbeiten schafft die die Schönheit der Vergänglichkeit feiern erschafft Banksy Momentaufnahmen. Kunst die nur in ihrer angststammten Umgebung exakt das vermittelt was ihm vorschwebte. Kunst für Menschen, die zum Nachdenken einlädt. Kunst für alle. Das ist Streetart.
Bansy Lost Works vonWill Ellsworth – Jones ist als Hardcover bei Midas erschienen. Weitere Informationen bei Klick auf das Cover oder auf der Verlagsseite. https://midas.ch/produkt/banksy-lost-works/
