The deepest map

Man sollte in der kurzen Erdenzeit die einem bleibt einigen Dingen auf den Grund gehen. Unter anderem dem Meeresgrund, denn obwohl wir an Land alles recht zufriedenstellend vermessen haben und auch den Mars und den Mond sehr genau kennen ist doch ein großer Teil des Meeresbodens, der immerhin drei Viertel unserer Erde ausmacht, zumindest bis Anfang 2020 noch größtenteils komplett unerforscht und nicht kartographiert.

Die Umwelt- und Meeresjournalistin Laura Trethewewey erzählt in ihrem packenden Sachbuch „Bis zum Grund der Welt – Das abenteuerliche Rennen um die Kartierung des Meeresbodens“ von den Anfängen der Meereskartierung bis hin zu dem ehrgeizigen Ziel der 2017 gegründeten Organisation Seabed 2030 , die als Zielsetzung bis zum im Namen angekündigten Zeitraum die gesamten Ozeane der Erde vermessen haben möchte.

Die unbekannte, unerforschte und damit auch mysteriöses und Überraschungen bergende Tiefsee mit ihren Tälern und Bergen zu kartographieren und dabei auf solche faszinierenden Wunder zu stossen wie kürzlich auf dieses hier.

ist das eine. Konzerne und Länder die handfeste ökonomische Interessen haben und denen die Ökologie und die Schönheit dieser Welt komplett egal sind das andere. Was man kennt kann man ausbeuten. Schon der Streit um die Benamsung ist ein eye opener wohin die Reise gehen könnte. SCUFN ist das Kürzel für Subcomittee on Undersea Feature Names ein großteils aus Wissenschaftlern bestehende internationales Gremium, dessen Aufgabe es ist die Formationen auf dem Meeresboden mit Namen auszustatten. Das klingt einfacher als es ist, denn dahinter stehen handfeste politische und pekuniäre Interessen. Die Autorin bekam die Erlaubnis an einer dieser Sitzungen teilzunehmen und was sie berichtet ist skurril und sehr sehr menschlich, auf die unangenehme Art. Etwas Monty Phytonesk.

Man merkt diese Frau kann unterhaltsam schreiben während sie einen en passant mit Informationen flutet und so mag ich Sachbücher. Allzu trocken dürfen sie nicht sein und es liegt nicht allein am Sujet dass dieses hier es nicht ist. Es ist spannend manchmal auch sehr traurig, wenn zum Beispiel  die Rede von von Marie Tharp, einer Frau 1920 geboren, die mit ihren Karten des Meeresbodens eine neue geologische Theorie erläuterte und praktisch die grafische Zusammenfassung von mehr als einem Jahrhundert Meeresforschung darstellte. Eine wissenschaftlich ambitionierte Frau mit diesem Geburtsdatum hatte fast immer mit großen Widerständen zu kämpfen um ihre Arbeit zu verrichten aber auch anerkannt zu bekommen. So auch Marie Tharp die noch heute unter den Wissenschaftlern höchste Anerkennung genießt.

Tharp hätte diese sicher gerne zu Lebzeiten erfahren, zusammen mit der Möglichkeit noch weit mehr zu erreichen als das was ihr damals möglich war. Aufgrund ihrer Genitalien blieb ihr das jedoch verwehrt.

Hoffen wir zusammen mit der begeisterten Autorin, dass dieser Meeresboden den Marie Tharp sicher so gerne mit heutigen Mitteln erforscht hätte nicht aus Profitgier komplett zerstört wird. Etliche Regierungen und Konzerne haben ihn bereits seit längerem im Visier um die Schätze zu heben die er birgt und dabei Flora und Fauna und das Klima weiterhin nachhaltig zu schädigen.Der Meeresboden, die Ozeane sollten allen Menschen gehören und von allen geschützt werden. 

Bis zum Grund der Welt von Laura Trethewewey erschien als Hardcover im September 2025 bei mare. Weitere Informationen bei Klick auf das Cover oder auf der Verlagsseite.

 

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