Ein Kessel Buntes

Aus Gründen folgt hier heute nicht der Post, den ich zu schreiben gedacht hatte, sondern eine kleine Sammlung von Tipps, die zeigen, dass es seit Jahren bereits genügend fundierte Literatur gibt, die darüber aufklärt, was passiert, wenn passiert, was gerade eben in Deutschland (und anderswo) passiert. Klar, jeder für sich muss sich entscheiden, ob er den Planeten mit seinem Tun noch mehr aufheizen will, aber in der Pflicht ist tatsächlich die Politik, die endlich mehr für den Klimaschutz tun muss. Und wir Bürger:innen als Wähler:innen müssen uns entscheiden, ob wir einen Wechsel wollen. Um sich einen Überblick über unsere Lage, was Klima, Wetter, Umwelt, unsere Lebensweise und was wir ändern sollten, angeht, zu verschaffen, gibt es viele gute Bücher. Auf einige davon möchte ich heute einfach noch einmal hinweisen,  Vielleicht ist ja für die Eine oder den Anderen etwas dabei und im Moment kann ich mir einfach nicht vorstellen, über etwas anderes zu sprechen oder zu schreiben. Wer ganze Besprechungen lesen möchte, klickt einfach doppelt auf das jeweilige Cover.

Auszug aus der Besprechung von Thursdaynext

 

Jenen, aber auch allen anderen, die Interesse am Wetter haben sei dieses Sachbuch über Wettererforscher, Berechner und Beobachter von Andrew Blum wärmstens empfohlen. Blum, der sich für Technologie und Urbanitätsthemen begeistert ist freier Autor, schreibt unter anderem für Wired, die New York Times und Vanity Fair und er schreibt so mitreißend, dass man immer weiterlesen möchte, wobei ich hier ohne meine zuverlässige Quelle für mathematisches und physikalisches Wissen, an drei Stellen Verständnisschwierigkeiten gehabt hätte.

 

Auszug aus der Besprechung von Geruede

Geradezu einfühlsam versetzt der Autor Peter Moore den Leser zurück in eine Epoche, als Wetterprognosen eine derart phantastische Vorstellung waren, daß nur visionäre Naturforscher die sich ergebenden Möglichkeiten erahnen konnten, wogegen unverständigere Zeitgenossen, sie dafür nicht selten eines gotteslästerlichen Größenwahns bezichtigten.

Da man nun bis weit in das 19. Jahrhundert hinein keinerlei Vorstellungen vom Aufbau der Atmosphäre und ihren Gesetzmäßigkeiten besaß, gab es ausreichend Raum für Spekulationen und Aberglaube. Stürme wurden damals noch als Strafe Gottes für ein zu lasterhaftes Leben betrachtet und nicht wenige Menschen zermürbte die Frage, warum Gott all zu oft Blitze in Kirchtürme einschlagen ließ, anstatt die niederen Spelunken heimzusuchen, wo man sich in der Regel doch leidenschaftlich den verwerflichen Lastern hingab.

Auszug aus der Besprechung von Bri

Nathaniel Rich beginnt seine Dokumentation mit einem Epilog, der klar macht, dass es wichtig ist, zu verstehen, was vor dreißig Jahren schief gelaufen ist, als die Fakten die aufzeigten, wohin die ökologische und Klimapolitische Reise gehen würde, wenn nicht gehandelt wird. Und leider – nach einem kurzen Aufbäumen im Jahr 2019 mit einer großen Basis, die global ein Umdenken und gezieltes Handeln forderte – scheint es nun wieder so, dass die erste Sorge in Zeiten einer Virusbedingten Krisensituation der Wirtschaft gilt und ein ökologischer Wandel erneut und im Glauben daran, noch Zeit zu haben, verschoben wird. Erst die Wirtschaft, um die Umwelt können wir uns später kümmern – das hört sich nicht viel anders an als in der Zeitspanne zwischen 1979 und 1989, die Rich unter die Lupe genommen hat.

Auszug aus der Besprechung von Thursdaynext

Ich koche seit vielen Jahren, mal gerne, mal mit Leidenschaft, mal unwillig und unter Zeitdruck. Immer seltener greife ich zu Convenience, weil ich begonnen habe, von heißgeliebten Familiystandard-Food dreifache Portionen zu machen, die dann auf Vorrat eingefroren werden können. Die meisten Kochbücher sind für mich nichts Neues und viele enthalten zeitaufwändige, langwierige Gerichte, die wenig praktikabel sind für die Alltagsküche. Kintrup ist da erfreulich anders und er hat tatsächlich den Roundhouse-Kick geschafft, um fast alles mit einzubeziehen. Anfänger in der Kunst der Nahrungszubereitung benötigen allerdings noch ein wenig Unterstützung, denn die Rezepte setzen ein wenig Wissen voraus. Optisch ist Food for Future gelungen und die Photographin Vanessa Jansen hat alles appetitlich, modern in Szene gesetzt.
Für mich das bisher beste Buch zum Thema „nachhaltig genießen“.

 

Auszug aus der Besprechung von Thursdaynext

Franzen befreit unser Denken vom unmöglichen Spagat, trotz allem was dagegen spricht, daran zu glauben, dass der Klimawandel noch aufzuhalten ist. Dabei spürt doch jeder denkende Mensch, wie Theorie und Praxis auseinanderdriften. Stattdessen konkretisiert er Handlungsszenarien, die erreichbar sind und jene, die die Menschheit jetzt unternehmen muss, um der kommenden Katastrophe gerüstet entgegenzugehen.
Sein Essay zum Klimanotstand ist ein ehrlicher Befreiungsschlag. Endlich jemand der ausspricht was viele denken oder unbewusst fühlen, und dabei imstande ist kluge Hoffnung auf gezielten Aktivismus zu verbreiten.

 

Auszug aus der Besprechung von  Bri

Wer sich mit nachhaltigem, gesunden Essen auseinandersetzen möchte, kommt an Anina Gepps Buch „Iss Dich grün“ aus dem AT Verlag nicht vorbei. Anina Gepp ist äußerst erfolgreiche Bloggerin, die nicht nur den Bereich des nachhaltigen Kochens im Fokus hat, sondern ganzheitlich auf eine die Umwelt schonende Lebensweise setzt. Auf ihrem Blog Aniahimsa geht es ebenso um die Themen Zero Waste, Umweltschutz und Fair Fashion, wie um Gesundheit, Reisen, Self Employment. Ihren ganzheitlichen Ansatz setzt sie auch in ihrem gut strukturierten Kochbuch fort.

 

 

Auszug aus der Besprechung von  awogfli

Ein gutes Buch, das die Wissenschaft vom Elfenbeinturm herunterholt, ihren Beitrag zur Gesellschaft erklärt, und das mit innovativer Quellentechnik arbeitet. Ich spreche sehr gerne eine bedingte Leseempfehlung aus, wenn die letzten 3-4 Interviews weggelassen, beziehungsweise nicht gelesen werden. Natürlich nix für Leute, die nicht an Wissenschaft „glauben“.

 

 

Auszug aus der Besprechung von  awogfli

Der Autor hat hier so viel Innovatives und Neues zu einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung zusammengetragen, dass ich dafür plädiere, eine prüfungsrelevante, volkswirtschaftliche Pflichtlehrveranstaltung für alle Studierenden der Wirtschafts- und Politikwissenschaften zu diesem Thema in gleicher Gewichtung wie Makro- und Mikroökonomie, einzurichten und zudem alle narzisstischen Topmanager irgendwie zwangszubeglücken. Für Leser*innen, die mit Wirtschaft überhaupt nichts anfangen können, gebe ich keine Leseempfehlung ab, für alle anderen, die sich nur ein bisschen für das Thema interessieren, beziehungsweise denen nachhaltige Wirtschaft am Herzen liegt, ist es ein absolutes Muss.
Dazu ist noch ganz explizit festzustellen, dass auch Leser*innen ohne wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund dieses Buch leicht verstehen können, denn die wirtschaftlichen Zusammenhänge sind einfach erklärt, aber ein Bezug zur Wirtschaft, was bei der Finanzkrise abgegangen ist, ein bisschen Keynes und das Gegenmodell des Monetarismus machen das Buch noch interessanter, weil man dann tiefer die dahinterstehenden Mechanismen begreift.

Auszug aus der Besprechung von Bri

Anstoß für die Dokumentation war ein Auftrag der Wochenzeitung The Observer, für den Adams, der zoologisch eher unwissend, gemeinsam mit dem Zoologen Carwardine nach Madagaskar fuhr, um dort eine seltene Lemurenart zu beobachten. Für Adams kam diese Reise einem Erweckungserlebnis gleich. Dass Naturschutz eine der wichtigsten Aufgaben ist und sein wird, wurde ihm dort schlagartig klar. Und so bereisten er und Carwardine in den Jahren 1988 und 1989 den ganzen Planeten, um eben auf die Situation verschiedener bedrohter Tierarten aufmerksam zu machten

 

Auszug aus der Besprechung von Thursdaynext

In Hope Jahrens Buch liest man über Freundschaft, Neugier, den Kampf mit einer psychischen Erkrankung zu leben, Forscherdrang, Tricks wie man kostengünstig sein Labor ausstattet, Charles Dickens, die Liebe in vielen verschiedenen Facetten und nebenbei erweitert man staunend sein Wissen. Lacht, ist fasziniert, schmunzelt, leidet mit und ist tief berührt. Das Beste aber ist, dass während und nach Lektüre die Welt um einen herum wieder ein kleines Stückchen wunderbarer geworden ist.

 

 

Auszug aus der Besprechung von Bri

Tanja Busse weiß, wovon sie spricht: Als Kind auf einem Bauernhof groß geworden, der noch keine Intensivtierhaltung betrieb, befasst sie sich nun vor allem mit den Themen Ernährung, Ökonomie, Ökologie, Nachhaltigkeit und Umwelt. Nun hat sie ein Buch vorgelegt, das jeder, der der Meinung ist, unsere Landwirtschaft solle bleiben wie sie ist, lesen sollte. Denn sie hat lange und hartnäckig unbequeme Fragen gestellt, auf die sie häufig keine zufriedenstellenden Antworten bekam.

 

Auszug aus der Besprechung von Thursdaynext

Eine Spaßpartei gefährdet die Demokratie. Das durfte sie mit 184.709 Wählerstimmen oder 0,6% der abgegebenen Stimmen laut einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das von den etablierten Parteien CDU/CSU, SPD, FDP und ja auch den Grünen (hallo Leute, geht’s noch?!) extra angerufen wurde. Da kommt man als mündige Bürgerin schon ins Grübeln, besonders, wenn es um einen einzigen Sitz geht und die eigene Stimme plötzlich nichts mehr wert sein soll, nicht einmal bei der Wahl. Seitdem verfolge ich die umstürzlerischen Umtriebe des Herrn Sonneborn, dessen süffisantes, kaum wahrnehmbares Lippenspiel sich in Youtube-videos wunderbar in die geposteten Inhalte einfügt.

 

Diese Liste ist naturgemäß unvollständig und wer sich im Bereich Sachbuch auf dem Blog weiter umsehen möchte, ist herzlich dazu eingeladen.

 

3 Gedanken zu “Ein Kessel Buntes

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